Wenn ein Malocher scheintod wird (Führerschein abgenommen), kratzt das kein Schwein. Prominente werden durch die Medien an den Pranger gestellt…
Der Malocher zahlt in so einem Fall seine Strafe, wartet die Entzugsdauer ab, lässt gegebenenfalls die Deppendoktorlobby über sich ergehen und gut ist. Ein Prominenter, der bei einer Alkokontrolle erwischt wird, hat zwar mit der Bezahlung der Strafe weniger Probleme (er verdient gewöhnlich ja mehr), ansonsten aber dieselben Nachteile zu gewärtigen. Zudem wird der Promi aber noch der neidgeplagten Öffentlichkeit zum Fraß vorgeworfen und durch die veröffentlichte Meinung schlussendlich sogar gezwungen, sich selbst zu erniedrigen.
Eben hat es den Direktor des salzburger Landesschulrates erwischt – 0,84 Promille. Natürlich ein Waaahnsinnswert, wenn man bedenkt, dass man vor nicht allzulanger Zeit mit 0,79 Promille noch voll fahrtauglich war. Samstag nachts ist das Malheur geschehen und heute (Diensttag) ist der Direktor schon damit, mit vollem Namen, Berufsbezeichnung und exaktem Promillewert, in fast allen System-Medien online. Der Mann wird durch die (natürlich völlig sachliche) Berichterstattung derart niedergemacht, dass er sich sogar gezwungen sah, seinen Rücktritt einzureichen – wegen einer Verwaltungsübertretung wohlgemerkt…
Momentan ist es ja echt hipp, Übergriffe zu thematisieren. Und zwar selbst dann, wenn diese schon Jahrzehnte zurückliegen. Warum man das nicht auch bei Übergriffen, die gegenwärtig passieren, macht, ist mir schleierhaft. Wenn die Berichterstattung über den LSR-Präsidenten nämlich kein Medienübergriff ist, was dann?
Ach ja, gibt es bei uns nicht auch ein Amtsgeheimnis? Sollte das nicht die Bürger auch dann schützen, wenn sie eine Verfehlung begangen haben?