15. Mai. 2010
Das Diktat der leeren Kassen herrscht nicht nur in Europa, auch in den USA ist man vielerorts ziemlich pleite. Dort zeigt gerade der Gouvernator vor, in welche Richtung es gehen wird…
Dass Kalifornien, wäre immerhin die achtgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, finanziell mit dem Rücken zur Wand steht, ist ja schon seit längerem kein Geheimnis mehr. Nun zieht Arnold Schwarzenegger die Notbremse und kündigte drastische Einsparungen im Sozialbereich und im Gesundheitswesen mit den Worten “Ich habe keine Wahl” an. Es tut zwar weh, aber der Mann hat vollkommen recht. Wo sonst, als bei den teuersten Posten ließen sich die horrenden Summen einsparen. Das wird bei uns auch nicht anders kommen können und es wäre von der Politik gescheit, bei Zeiten zu beginnen. Je später man nämlich handelt, desto gröber werden die Einschnitte…
Gerade im Gesundheitswesen verpufft nutzlos sehr viel Geld. Das beten die Experten schon jahrzehntelang schlüssig vor. Man denke nur an den Wildwuchs an Krankenhäusern, die Prestigeobjekten gleich, von den Landesfürsten auf unser aller Kosten ohne jegliche Rücksichtnahme auf Bedarf gebaut, erneuert und erhalten werden. Und was, außer der Ärztekammer natürlich (die befürchten Umsatzeinbußen…
), spräche wirklich gegen einen Selbstbehalt bei Arztbesuchen?
Auch die Vorsorgemedizin wäre ein Thema, das man sich in der Beziehung näher anschauen sollte. Jeder Krebskranke bringt dem behandelnden Institut ja ca 150.000.- Euro Umsatz. Da muss es dann nicht verwundern, wenn durch die Krebsscreenings meistens Leute in den “Genuss” einer Krebstherapie kommen, die auch so niemals krank geworden wären. Bei Brustkrebs etwa rechnet Prof Gerald Gartlehner beispielsweise vor, dass von 11 Frauen, die nach einer Mammographie operiert werden, 10 überhaupt keinen Nutzen von der Behandlung haben. “Zehn Frauen werden behandelt, ohne dass sich die Veränderung negativ auf ihr Leben ausgewirkt hätte, oder sie sterben trotz Früherkennung und Behandlung“, meint er dazu. Noch trister schaut es beim Prostatakrebs aus. Europaweit wurden 150.000 Männer verglichen und dabei kam heraus, dass 46 Männer an der Prostata operiert werden müssen, um 1 Krebstod zu verhindern. “45 Männer werden unnotwendigerweise operiert, weil sie eigentlich nie an Prostatakrebs erkrankt wären oder trotz Früherkennung ohne Gewinn an Lebenszeit daran versterben” (Zitat Gartlehner aus DiePresse).
Irgendwie erinnert die Sache mit der Krebsvorsorge an den alten William Avery Rockefeller, der als Quacksalber den Leuten, denen er einreden konnte, sie würden Krebs haben oder bald bekommen, reines Erdöl als Wundermittel verkaufte. Scheinbar wurde sein Geschäftsmodell in der Zwischenzeit perfektioniert…