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4. Jul. 2010

In Bayern haben sie gerade eine Volksabstimmung gehabt und die Bayern sind mit gut 60 Prozent den Alltagsfaschisten auf den Leim gegangen…

Bei der Abstimmung ging es um ein totales Rauchverbot in Gastronomiebetrieben und an und für sich ist es ja nicht so schlecht, wenn man das Volk entscheiden lässt. Nur sollte man dabei wirklich demokratisch vorgehen und nicht eine Mehrheit über eine Minderheit abstimmen lassen. Ansonsten ist man sehr schnell im Missbrauch drinnen. Genau das haben sie in Bayern aber gemacht. Im Land sind etwa 26 Prozent der Bevölkerung Raucher. Abstimmen durften aber alle Bayern (auch die, die niemals eine Bar, ein Beisl, ein Bierzelt etc aufsuchen) und dass das Ergebnis nur ein totales Rauchverbot ohne Ausnahmen sein konnte, war wohl von vorneherein jedem klar – 74% sind halt viel mehr als 26%…

Dass Rote, Linke und Grüne für das totale Rauchverbot eintraten, war ebenso klar, wie dass die Liberalen dagegen sind. Der Chef himself aber, Horst Seehofer (CSU – wir erinnern uns, das ist diese Partei, welche den ganzen Scheiß angefangen hat und die schon einmal die Rechnung dafür präsentiert bekommen hat :) ), hatte anscheinend die Hosen derart voll, dass er sich nicht entscheiden konnte, wofür er stehen sollte. Na ja, Politiker eben. Der Gute hat wahrscheinlich noch gar nicht behirnt, was für einen Schas er sich durch sein Zaudern eingetreten hat. Er wird mit seiner CSU nämlich wieder die politische Zeche für den Schmarren bezahlen müssen… ;)

So weit, so schlecht. Noch schlimmer als das Rauchverbot ist der demokratische Missbrauch, der in Bayern betrieben wurde. Es hat eine Mehrheit über eine Minderheit abgestimmt und niemanden scheint das zu stören. Nicht einmal die vereinigten Guten regen sich auf. Gerade die haben die Abstimmung in Bayern ja betrieben. Was würden die jetzt so jubelnden Tugendbolde wohl dazu sagen, wenn jemand auf die Idee käme, bundesweite Abstimmungen für andere heisse Themen zu initiieren. Etwa in der Arigona-Sache, zu Fragen des Asylrechtes, zur kärntner Ortstafelfrage etc etc… ;)

3. Jul. 2010

das verschiebe ruhig auf morgen!” – Überhaupt dann, wenn Wahlen vor der Tür stehen…

Die SPÖVP hat sich geeinigt, das Budget 2010 nicht fristgerecht vorzulegen. Begründet wird der Schritt mit “komplexen und umfangreichen Vorarbeiten“ im Hinblich auf die konjunkturelle Entwicklung.

Die Regierung muss die Ösiländer für ganz schön dämlich halten. Ist es denn nicht so, dass jedes Bundesbudget komplexe und umfangreiche Vorarbeiten bedingt und dass selbstverständlich auch die konjunkturelle Entwicklung mit berücksichtigt werden muss? Wo genau ist also der Unterschied zwischen diesem und früheren Budgets?

Der gelernte Ösiländer weiß das natürlich. Das Geld ist aus und ungehemmtes Schuldenmachen geht nicht mehr weshalb es diesmal im Volk nicht viele geben wird, die nicht beträchtlich zahlen werden müssen. Ach ja, und da wären noch die Landtagswahlen im Herbst (Steiermark und Wien) und wenn Grauslichkeiten aus den “Vorarbeiten” ruchbar würden (geheim bleibt in unserer Zeit ja nichts mehr), könnte ja der eine oder andere auf die Idee kommen, seinen Unmut bei den Wahlen auszudrücken… ;)

Das muss natürlich verhindert werden. Das Budget wird einfach später erstellt und unzufriedene Wähler können zwar mit den Zähnen knirschen, sich ansonsten aber brausen. Auf solche Nebensächlichkeiten wie die Österreichische Bundesverfassung kann man natürlich keine Rücksicht nehmen, wenn es um das Wohl der Partei geht. Und bei den später folgenden Wahlen in ein/zwei Jahren werden die Dödeln das sowieso längst wieder vergessen haben.

Wir brauchen uns aber nicht aufregen. So arbeiten zu kurz denkende, bauernschlaue Winkelzieher eben und gewählt haben wir sie ja auch selber. Dass es auch anders geht, haben die letzten Wahlen in Großbritannien gezeigt. Dort wurden die Torries gerade deswegen gewählt, weil sie vor der Wahl einen harten Sparkurs angekündigt hatten. Da sieht man aber, was unsere Gewaltigen von uns halten. Das, was die Briten vorgezeigt haben, trauen sie uns einfach nicht zu. Oder sind die Briten wirklich soviel gescheiter als wir? :)
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PS: Die Opposition lamentiert zwar lauthals, insgeheim werden die Drahtzieher dort aber sicherlich wissen, dass die Sache eigentlich ein aufgelegter Elfer ist. Von der Regierung wird zum kommenden Budget nicht viel kommen (sonst hätte man es ja nicht bis nach der Wahl verschieben brauchen) und alles was die Opposition dazu verbreitet wird auf fruchtbaren Boden fallen… :)

1. Jul. 2010

Manchmal enttarnen sich die Manipulanten selber, weil selbst der letzte Dorfdepp aus den Handlungen die Ziele ableiten kann…

Gestern wurden Zahlen für das tödliche Unfallgeschehen auf Österreichs Straßen veröffentlicht. Insgesamt starben im ersten Halbjahr 2010 244 Menschen, was einem Rückgang von 16 Prozent entspricht. Diese positive Meldung wurde auch so von den Medien weitertransportiert (anfangs auch vom ORF), wie man aus den Schlagzeilen auf news.google.at (Stand: 01.07.2010, 11.50 Uhr) ersehen kann:

Negativrekord bei Zahl der Verkehrstoten – ORF.at
Zahl der Verkehrstoten neuerlich gesunken -Neue BVZ Online
Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr gesunken – Kleine Zeitung
Burgenland: Am wenigsten Verkehrstote – ORF.at
Zahl der Verkehrstoten zurückgegangen – ORF.at
Halbjahresbilanz: 53 Tote auf Österreichs Straßen – nachrichten.at
In Kärnten ist die Zahl der Verkehrstoten gestiegen – Kleine Zeitung
Weniger Verkehrstote im ersten Halbjahr 2010 -Vorarlberg Online
21 Menschen seit 2010 auf Salzburgs Straßen tödlich verunglückt -salzburg24.at
“Nur” 53 Tote – Weniger tödliche Verkehrsunfälle im Land -Krone.at
VCÖ: Im 1. Halbjahr 241 Verkehrstote – Rückgang um 16 Prozent – APA OTS

Beim ORF muss aber ob der guten Nachricht Panik ausgebrochen sein. Da werden die Hirne geraucht haben, etwas zu finden, um die meinungsverwandte Expertenschickeria bedienen zu können. Schließlich dürften die ORF-Manipulanten doch etwas gefunden haben, um die gute Nachricht in eine schlechte zu verkehren und den vom Leid anderer lebenden Experten die Möglichkeit zu eröffnen, ihr Dasein zu rechtfertigen. In Kärnten ist man fündig geworden, was ganz gut gepasst haben wird, weil die dort unten eh immer so immun gegen die Experten-Besserwisser-Verbots-Gehirnwäsche sind. Nur im Bundesland Kärnten hat es eine Steigerung von Verkehrtoten gegeben, was gleich zu der Schlagzeile “Negativrekord bei Zahl der Verkehrstoten” genügte.

Der Zweck, die linke Meinungsmafia zu unterstützen, ist damit genial erreicht, denn die meisten Leute lesen ja nur die Schlagzeile. Dass im Vergleichszeitraum des Vorjahres Kärnten mit 16 Unfalltoten einen Rückgang um 12 (knapp 43 Prozent) zu verbuchen hatte, die derzeitige Steigerung um 3 Opfer in Bezug darauf eigentlich als sehr moderat anzusehen wäre und dass Statistiken mit derart niedrigen Zahlen generell zufallsanfällig sind, realisiert fast niemand mehr. Die Schlagzeile bleibt picken und in stiller Demut wird die überwiegende Mehrheit künftige Restriktionen und Abzockereien im Straßenverkehr hinnehmen…

Dass diese Manipulation nicht zufällig geschieht, erkennt man ganz leicht im Text des ORF-Artikels:

2008 gab es in Kärnten im ersten Halbjahr übrigens 28 Verkehrstote.

Dieser unscheinbar im Text (mit seiner Aussage mehr oder weniger allein) stehende Satz wird wohl die Verteidigungsstrategie des ORF sein. Damit kann ihm nämlich niemand vorwerfen, es wäre nicht erwähnt worden, dass Kärnten gegenüber 2008 auch im Jahr 2010 noch immer einen Rückgang an Unfalltoten von ca 32 Prozent aufzuweisen hat… ;)