21. Sep. 2010
Der gelernte Österreicher zuckt mit Recht bei jedem Furz, der dem Kuratorium für Verkehrsunsicherheit entfleucht, zusammen. So auch diesmal, wo es um´s Waffengesetz (?!?) geht…
Auf die Frage, was bitte schön einem Kuratorium für Verkehrsicherheit ein Waffengesetz angeht, möchte ich jetzt einmal nicht eingehen…
Das KfV stößt sich an der psychologischen Verlässlichkeitsüberprüfung, die ja im Waffengesetz für frischgebacken Waffenbesitzer vorgeschrieben ist. Natürlich nicht an den Überprüfungen an sich (daran verdient man ja selber kräftig), sondern vorgeblich daran, dass diese Tests von den Probanden bei Nichtentsprechung beliebig oft wiederholt werden können. Und zwar auch bei anderen Instituten, die dann nicht wissen würden, dass die Testperson schon vorher woanders durchgefallen ist, weil ja die Prüfungsergenisse von gesetzes wegen vertraulich wären. Letzeres dürfte der Kern der Kritik des KfV – vorgetragen von einem gewissen Martin Pfanner – sein.
Ja ist denn der gute Martin Pfanner noch zu retten. Sollen seiner Meinung nach etwa die psycholgischen Untersuchungsergebnisse, denen persönlichste Fragen zugrunde liegen, überhaupt gleich veröffentlicht werden? Oder ist es doch gut so, dass mit solchen Daten sorgsam umgegangen wird?
Blöd wird er ja nicht sein, der Martin Pfanner, und so wird er natürlich sehr gut wissen, dass der gesetzliche Schutz für solche Untersuchungsergebnisse sicher nicht aufgegeben werden kann. Auch wird er wissen, dass psychologische Gutachten immer eine Momentaufnahme sind, und es so auch eine Wiederholmöglichkeit geben wird müssen.
Aber was kann der gute Mann dann mit seiner Kritik bezwecken, wenn eh alles zementiert ist? Ganz einfach, ein Monopol auf die Waffengesetz-Untersuchungen für das KfV. So würde der Untersucher über alles informiert sein und die Schutzinteressen blieben ebenfalls gewahrt. Und zudem könnte das KfV dann seine Einkünfte in dem Bereich selber bestimmen. Die Waffennarren würden auch 10x antreten (und bezahlen) und woanders könnten sie ja sowieso nicht hingehen. Fein ausgedacht, Herr Pfanner…
Alles in allem ist dieser Vorstoß des KfV aber ein Lehrbeispiel dafür, wie sich die Deppendoktorlobby ihre Geschäfte auf dem Rücken der Bürger von gesetzes wegen zuschanzen lässt…