26. Okt. 2010
Das Sparpaket ist also fix. Belastet werden alle, viele mehrmals und einige profitieren sogar von den Mehrmalsbelasteten…
Die Erhöhung von Mineralöl- und Tabaksteuer hätte man ja erwarten können. Ich kann mich nicht erinnern, dass diese Steuern nicht erhöht worden wären, wenn es irgendwo gezwickt hat. Dass man aber ausgerechnet bei den Familien kräftig zugreift, befremdet schon ein wenig. Überhaupt wenn man bedenkt, dass die unselige Hacklerregelung nahezu unangetastet geblieben ist…
Die Tabaksteuer trifft viele, die Mineralölsteuer fast alle und die sogenannten Vermögenssteuern müssen letztendlich wirklich alle (über Bankgebühren, Mieten, geringere Erträge von Versicherungen und Altersvorsorgen etc) zahlen. Familien sind natürlich von alldem genauso betroffen. Sie werden aber zusätzlich nochmal gerupft, und das nicht zu knapp (254 Millionen sind ja kein Pemmerl). Wenn man da blöd hineinfällt – zB 3 Kinder, davon 2 Studenten – können schon mal 500 Öken im Familienbudget fehlen. Nicht im Jahr, sondern im Monat! Welcher Teufel die Regierungsparteien dabei geritten hat, ist mir schleierhaft. Es dürfte ihnen aber schon etwas dämmern, denn die #1 traut sich seither nicht mehr an die Öffentlichkeit und überlässt die Medienpräsenz großzügig dem Vize.
Recht wohl dürfte dem aber auch nicht mehr in seiner Haut sein, denn in der Familienpartei ÖVP beginnt es zu rumoren. An der Basis dürfte man den Versuch, die SPÖ links zu überholen, schon nicht so richtig goutiert haben und der Würgegriff auf die Familien wird dort auch nicht besonders gut ankommen. Das sieht man dem Josef Pröll im Gesicht auch an, wenn er trotzdem den ganz Harten raushängen lässt:
“Man kann doch zur Sanierung des Landes verlangen, dass sich die 24- und 25-Jährigen auf eigene Beine stellen.”
[Zitat: DiePresse]
Selbstverständlich, Mr Pröll. Man kann auch von der Politik verlangen, einen Beitrag zu leisten. Politikerpensionen, Parteienförderung und Gehälter würden mir da gleich einmal einfallen. Ja, ja – ich weiß, das Kraut würde das auch nicht fett machen, aber uns würde es dadurch leichter fallen, Ihnen noch irgendwas zu glauben. Man kann auch wirkliche Reformen in der Verwaltung verlangen – Einsparungen von 1,1 Prozent angesichts des sündteuer aufgeblähten Extrembürokratismus (zB Verwaltungsebenen, Herden von Krankenkassen, kleinkarierte Regelungswut durch Gesetze, die dann teuer vollzogen werden müssen, Nationalrat, Bundesrat etc) als den großen Wurf verkaufen zu wollen ist wohl ein schlechter Witz.
“Ich verstehe den Widerstand als Vater von drei Kindern”
[Zitat: DiePresse]
Na also, er versteht es ja. Wenn er noch eine Weile so weitermacht, fange ich wirklich noch an, ihn zu bedauern. Schließlich muss der arme Kerl mit 17.952.- Euro im Monat 3 Kinder durchfüttern. Vielleicht sollten wir den Hut herumreichen oder den Oheim um eine Spende für den pröllschen Nachwuchs bitten… 
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PS: Wenn ich andauernd höre, alle müssten beitragen, dann frage ich mich, warum man nicht gleich die Mehrwertsteuer angehoben hat. Da wäre wohl jeder gleich belastet worden. Gerechter wäre es allemal, als die jetzigen Studiengebühren durch die Hintertür, die noch dazu heimtückisch mit voller Wucht erst am Ende des Studiums fällig werden…