Unser von chronischer Geldnot geplagter Finanzminister steht im Ruf, ein humorloser Aussackler zu sein. Nicht unbegründet, denn er findet ja nichts dabei, von Familien tausende Euros einzutreiben und dabei Singleyuppies nahezu ungeschoren zu lassen. Der Josef Pröll hat aber auch eine andere, freigiebige Seite…
Für Großbauern haben sich die allgegenwärtigen Wünsche für ein gutes Jahr 2011 bereits erfüllt. Klammheimlich hat nämlich der Finanzminister die Grenze für Vollpauschalierung von 65.000 auf 100.000 Euro Einheitswert (wohl mit freundlicher Duldung der SPÖ) erhöht. Anstatt sich also für Steuergerechtigkeit stark zu machen, gewährt er nun auch Großbauern Steuerfreiheit. Mit der neuen 100.000-Euro-Grenze kommen nun nämlich auch wirklich große Bauern in den Genuss der Pauschalierung (sprich Steuerfreiheit). Ein starkes Stück für einen, der ansonsten keine Skrupel hat, sogar Familien auszusackeln.
Ein Finanzminister in der derzeitigen Situation müsste normalerweise im Sinn haben, soviel Geld wie möglich hereinzubringen (na gut, bei anderen – zB Familien – macht er das ja auch…) und nicht zu verschenken. Weil dabei aber Pauschalierungen jeglicher Art naturgemäß hinderlich sind, sollte also eher danach getrachtet werden, diese abzuschaffen. Es ist ja nicht einzusehen, warum ein florierender landwirtschaftlicher Betrieb (egal wie groß sein Einheitswert ist) nicht auch seinen Anteil leisten soll während andere schwer blechen.
Nun könnte man aber entgegen halten, dass es dem Finanzminister nur darum gegangen ist, den Bauern, die es zugegeben nicht leicht haben und deren Lage sich mit dem EU-Beitritt sicherlich nicht gebessert hat, zu helfen. Aber gerade jene Bauern, die vor Not nicht mehr kacken können, haben von der neuen Regelung überhaupt keinen Vorteil. Es sind das nämlich die Kleinbetriebe, die auch vorher schon pauschaliert waren. Und auch wenn man für diese die Pauschalierung aufheben würde, hätten sie keine Nachteile – kein Gewinn heißt im allgemeinen nämlich auch keine Steuer! Was immer den Finanzminister motiviert hat, notleidende Kleinbauern können es also nicht gewesen sein…
Oder wähnt der Pepi Pröll die Bauern gar als zu dämlich für eine Einnahmen/Ausgaben-Rechnung? Vorstellen kann ich mir das eher nicht, denn das wäre eine grobe Beleidigung eines ganzen Berufstandes und somit auch keinesfalls politisch korrekt. Auch wäre so eine Annahme natürlich gänzlich falsch, denn Bauern können sehr gut rechnen und mit Bürokratie umgehen. Das haben sie spätestens beim EU-Beitritt gelernt, denn wer da nicht fix ist, bekommt ja keine Förderungen. Und bekannt geworden ist noch nichts, dass EIN Bauer KEINE EU-Förderungen bekommen würde…