Unsere deutschen Freunde haben die Gorch Fock, wir haben unser Bundesheer. Die Ursachen für die Probleme sind die gleichen…
Von Meuterei und von unhaltbaren Zuständen auf der Gorch Fock war die Rede, was den deutschen Robert-Redford-Verschnitt, Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg, veranlasste, in einer Art Angstbiss zunächst einmal den Kapitän des Schiffes hinauszuwerfen.
Aber was sind die “unhaltbaren Zustände” auf der Gorch Fock wirklich? Eine ehemalige Rekrutin klärt uns auf:
Drill, Einschüchterung und Schlafmangel hätten offenbar System gehabt, sagte die Offizieranwärterin Maria S. (Name von der Redaktion geändert) am Sonntag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. “Da wurde gebrüllt, da wurde gedrillt. Das war systematisches Schleifen wie in einem schlechten Film.”
Nach den Worten von S. sei selbst das Hinaufklettern auf die Masten letztlich erzwungen worden. “Wenn Aufentern befohlen ist, dann musst du in die Takelage. Alles andere ist Gehorsamsverweigerung”, sagte die Soldatin. Überhaupt seien die Kadetten von den Vorgesetzten systematisch unter Druck gesetzt worden: “Der Druck war ständig da. Es ist vom ersten Tag an klar: Wer nicht spurt, der fliegt. Zuerst nach Hause, dann aus der Offizierausbildung.”
Und in der “Hackordnung” an Bord seien die Kadetten das letzte Glied, sagte die junge Frau, die von “übertriebener Härte und Männlichkeitsgehabe” auf dem Schiff sprach.
[Zitate: DiePresse]
Na bumm, da muss es ja wirklich zugegangen sein. Soldaten, die Befehlen gehorchen müssen, und Seeleute auf einem Segelschiff, die in die Takelage klettern müssen. Und – der Himmel möge uns beistehen – man darf dort nicht so lange schlafen, wie man will. Zu allem Überdruss üben die Vorgesetzten noch “systematisch” Druck aus, der sogar in der Drohung mündet, dass man hinausgeschmissen wird, wenn man seine Aufgaben nicht erfüllt. Na, wenn das nicht reicht, den Kapitän zu feuern, was dann?
Die Deutschen werden also schon wissen, warum sie die Wehrpflicht abgeschafft haben. Mit solchen verweichlichten Flaschen wäre sowieso kein Krieg mehr zu gewinnen gewesen…
So gesehen kann man auch dem Ansinnen von Minister Darabos, die Wehrpflicht abzuschaffen und das Heer insgesamt zu verkleinern, etwas abzugewinnen. Bei uns schauts nämlich auch nicht besser aus. Unsere Bubis und Mädis darf ja auch niemand mehr hart anpacken und die Ausbildner müssen schön bitte-bitte sagen, wenn sie was “befehlen”. Und dann müssen sie warten, ob es den Angesprochenen überhaupt genehm ist, den Arsch zu bewegen. Druckmittel gibt´s bei Grundwehrdienern sowieso überhaupt keine und dafür können die sich dann noch wegen jedem Schas beschweren. Wie es mit der Kampfbereitschaft – oder überhaupt Kampffähigkeit – unser “Armee” steht, hat man sehr gut bei der Jugoslawienkrise gesehen. Es ist zwar kein Schuss gefallen, die Verantwortlichen hatten aber trotzdem durch den Mütteraufstand alle Hände voll zu tun. Die Jugoslawische Volksarmee hätte, wenn sie gewollt hätte, getrost nach Wien fahren können und es wäre trotzdem kein einziger Schuss gefallen. Die einzige Truppe, die man in Österreich wirklich ohne schlechtes Gewissen in einen Kampfeinsatz schicken kann, sind die Schlangenfresser in Wiener Neustadt. Dort sind Profis am Werk, man nimmt sich Zeit für die Ausbildung und mit pc-gendergerechtem Scheiß hat man auch nichts am Hut. Mit alldem, was beim Jagdkommano Usus ist, wird man natürlich bei hippen Bobos unten durch sein – dafür aber im Gefecht überleben können…
Natürlich weiß ich auch nicht, ob es mit einem Berufs- oder Teilberufsheer bei uns besser gehen würde. Aber wenn es finanziell geht, wäre es einen Versuch allemal wert. Schlimmer kann es nämlich eh nicht mehr werden…
[...] gemein genug ist, einen Mitarbeiter vollkommen willkürlich, ohne jede Untersuchung nur deshalb abzuschießen, weil die Medien einen Kopf rollen sehen wollen, und seine Skrupellosigkeit ausreicht, um den [...]
16. Feb. 2011 | #