Große Wellen schlägt in den letzten Tagen der Lobbying-Angriff auf den EU-Abgeordneten Ernst Strasser. Aber ist so etwas wirklich sooo ungewöhnlich…
Was ist passiert? Ein paar ausgefuchste Journalisten (deren es mehr geben sollte) haben, als Lobbyisten getarnt, dem EU-Abgeordneten und Fraktionsführer der österreichischen Schwarzen im EU-Parlament ein unmoralisches Angebot (no na, mit einem moralischen würde ein Lobbyist ja wohl bloß ausgelacht werden
) gemacht. Es wurden ihm 100.000 Euronen cash + Erste Klasse Flüge geboten und hintendrein noch ein Aufsichtsratsposten in Aussicht gestellt. Dafür hätte der Austro-MEP lediglich im EU-Parlament für die Lobbyisten arbeiten, dh Einfluss im Sinne dieser nehmen müssen. Der Strasser Ernstl strampft jetzt zwar, aber wie es aussieht, dürfte er geneigt gewesen sein, das Angebot anzunehmen. Jedenfalls dürften entsprechende Telefonate und eMails aus seinem Umfeld abgesendet worden sein…
Die allgemeine Aufregung ist jetzt natürlich groß. Der große (im Sinne der Körpermaße…
) Pröll fordert Klärung und glaubt allen, SPÖ und Grüne fordern Strassers Rücktritt und die Korruptionsstaatsanwaltschaft wurde bereits eingeschaltet.
Für den Ernst Strasser dürfte es also halbwegs eng werden. Der gelernte Ösiländer fragt sich allerdings, warum. Nicht dass sich der Strasser einen kräftigen Arschtritt nicht redlich verdient hätte. Es ist nur so, dass die Spatzen in Brüssel schon lange von den Dächern pfeiffen, wie der Hase läuft. Die Lobbyistenbande ist ja schon bei Zeiten in Zehntausenderschaften in Brüssel eingefallen und dass das keine armutsgelobenden Mönche sind, wird wohl jeder denkende EUler wissen. Was sollte also am Fall Strasser so besonders sein? Nein, nein – so ein bissl Mepi- oder Kommibestechen wird wohl business al usual sein, in der Hauptstadt des Extrembürokratismus… ![]()
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PS: Den Bock bei der Sache haben aber wieder die Grünen abgeschossen. Diesmal war´s die Lunacek. In vollkommener Verkennung der Lage hat sie einen Entlastungsangriff für Strasser gestartet. Sie fordert nämlich, dass OLAF die Sache Untersucht. Wenn die das in die Hand nehmen, wird das Gleiche herauskommen, wie damals beim gewerbsmäßigen Betrug im EU-Parlament. Da hat man auch nie mehr was davon gehört…
[...] Strasser wurde wegen der Lobbying-Affaire zurückgetreten, das Problem ist also erledigt. Oder doch [...]
21. Mrz. 2011 | #