Der Küniglberg in Wien muss heilig sein, denn anders ist es nicht zu erklären, was der Führer der dort ansässigen privatplanwirtschaftlich geführten Zwangsgebührenanstalt unwidersprochen aufführen darf…
In Bälde wird ja ein neuer ORF-Chef bestimmt werden. Man sollte also annehmen können, dass Alexander Wrabetz, der ja von den Parteien wieder zum Boss gekührt werden will, vornehme Stille walten lässt. Weit gefehlt. Der Gute dürfte sich so sicher sein, dass er eine Präpotenz an den Tag legt, die wahrscheinlich nicht mehr zu überbieten sein wird. Bei der Präsentation seiner Bewerbung ließ er kürzlich öffentlich die Sau raus. Mehr Werbung und mehr bzw effizientere Zwangsgebühren – kein Wort über die millionenschweren Arbeitslosen (weiße Elefanten) des Unternehmens…
Jeder einzelne Punkt des Wrabetz-Pamphlets ist grauslich, aber die Forderung nach einer Haushaltsabgabe anstatt der bisherigen Gerätebesitzsteuer schlägt alles. Laut Wrabetz (sein oberster Schutzgeldeintreiber bereitet inzwischen ebenfalls das Terrain in diese Richtung auf) soll künftig jeder Haushalt an den ORF die Zwangsgebühren zahlen müssen. Einfach so – und vollkommen egal, ob man ein Empfangsgerät besitzt oder nicht (ob man den ORF tatsächlich konsumiert hat ja auch jetzt schon keinen Einfluss auf die Gebührenpflicht). Für den ORF wäre so eine Regelung natürlich praktisch. Zwar ist es jetzt schon möglich, den ORF abzumelden, aber das ist mit Mühen verbunden (man darf ja keinen Fehler machen, denn sonst wird´s teuer und mit den GIS-Keilern herumschlagen muss man sich dann sowieso auf ewig). Trotzdem melden aber immer mehr ab bzw gar nicht an und auf die Höchstgerichte kann man sich auch nicht mehr so verlassen wie früher (die heben ja auch einleuchtende Gesetze auf und bei so einem Schas wie dem Zwangsgebührengesetz müssten die ja fast von sich aus tätig werden…). Mit dem Wrabetz-Schutzgeld wären also diese Probleme und Risiken auf einem Schlag beseitigt und mehr Geld käme auch herein. Wer nämlich glaubt, dass die Haushaltsgebühr genau so hoch wie die derzeitige Zwangsgebühr kalkuliert werden wird, der ist wohl nur als Träumer zu bezeichnen. Unsinn und Linkspropaganda (hoppla, das eine ist ja im anderen eh enthalten…
) kann man produzieren soviel man will. Das Programm muss ja dann überhaupt niemandem mehr gefallen…
Nun ist es ja nicht so, dass ich den Herrn Wrabetz nicht verstehen würde. Er wäre ja dumm, wenn er den Bürgern nicht lukrativ auf den Schädel scheissen würde, wenn´s so einfach geht. Was ich nicht verstehe sind die Politiker, die ihm das gestatten. Sie nehmen dadurch nämlich gänzlich die Deckung, die verbirgt, was sie tatsächlich von den Bürgern halten bzw wie “wichtig” diese ihnen sind, vollkommen runter. Der Küniglberg muss also wirklich ehrfurchtsgebietend heilig sein, denn solche Offenlegungen scheuen Politiker ansonsten wie der Teibl das Weihwasser… ![]()
.
.
.
.
.
.
PS: Der geniale Serj Tankian möge mir verzeihen, dass ich den Titel seines tollen Songs – Holy Mountains – zweckentfremdet habe.
