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28. Sep. 2011

Thilo Sarrazin wurde nach Graz eingeladen. In der grenzenlosen Hysterie des pflichtgemäßen Aufheulens der vereinigten Guten dürfte den Grünen jetzt ein Quäntchen Wahrheit ausgekommen sein…

Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch hat also Thilo Sarrazin eingeladen. Der Kurier titelt darüber: “Wirbel um Sarrazin-Auftritt in Graz“. Im Artikel werden dann der Grüne Bundesgeschäftsführer Stefan Wallner und SOS Mitmensch zitiert. Also wenn das der ganze “Wirbel” ist, dann wird das der Fritz Grillitsch sicher locker aushalten. Da muss sich also wirklich niemand Sorgen machen… ;-)

Aber das ist alles sooo interessant nicht. Interessant ist das, was der genannte GrünIn gesagt hat. Er wird vom Kurer mit “Das ist Zündeln in einem offenen Pulverfasszitiert.

Aber hallo, das hätte ich jetzt aber nicht gedacht. Stefan Wallner bezeichnet Graz als “Pulverfass“, die Stadt steht also seiner Meinung nach kurz vor dem Explodieren. Ein Funke (und sei es nur ein Vortrag eines Buchautors) genügt anscheinend schon, um Londoner oder Pariser Zustände heraufzubeschwören. Der HC Strache hat´s momentan wirklich gut. Der kann getrost auf der faulen Haut liegen, denn jetzt machen sogar schon die Grünen die Arbeit für ihn… ;)

26. Sep. 2011

Was ist das? Es verhält sich in puncto Risikobereitschaft und Egoismus extremer als Psychopathen. Psychopathen? Nein, Aktienhändler…

Eine Studie, die vieles erklärt, wurde jetzt von der Universität St.Gallen durchgeführt. Verglichen wurde eine Gruppe Aktienhändler mit einer Gruppe Psychopathen. Dabei gaben sich die Aktienhändler egoistischer und risikobereiter als die wirklichen Psychopathen. Erstere zeichneten sich auch durch destruktives Handeln (sie wendeten viel Energie auf, um die Gegenspieler zu schädigen) aus und waren dadurch im Endergebnis (erzielter Gewinn) nicht einmal erfolgreicher als die Psychos.

Wenn man bedenkt, dass die Lenker des globalen Finanzsystems “abstammungsmäßig” aus demselben (eigentlich wurscht, ob hier die Psychos oder die Zocker gemeint sind ;) ) Holz geschnitzt sind, erklärt die Studie eigentlich ganz gut, warum die Zustände so sind wie sie sind…

25. Sep. 2011

Eslein streck dich“, heißt es im Märchen, wenn jemand das Tier zum Geldscheissen animieren will. Die EU-Finanzgenies wollen jetzt scheinbar den Esel (=EU-Bürger) auf US-Zuruf mit Gewalt strecken… ;)

Die ganze Welt – allen voran die amerikanischen Pleitiers – schauen zur Zeit nach Europa und mit Kritik wird dabei nicht gespart. Ob berechtigt oder nicht sei dahingestellt, aber was unsere Hampelmänner da für Purzelbäume schlagen ist ein ganz besonderes Gustostückerl…

Nicht etwa, dass die EU-Führer dem US-Finanzminister einmal sagen würden, wo er sich seine “guten Ratschläge” hinstecken kann (da könnten sie ja gleich dem griechischen, irischen, portugiesischen, spanischen, italienischen, französischen etc etc Finanzminister das Geldwesen überlassen… ;) ) – nein, sie nehmen, einem dressierten Tanzbären gleich, die geforderte Haltung an und denken fieberhaft nach, wie sie die Geldgier von Amis, Asiaten und Schwellenländern befriedigen können.

Wir können nur froh sein, dass unsere deutschen Freunde beim Geld-aus-dem-Fenster-schmeissen so auf der Bremse stehen, denn sonst wäre wahrscheinlich eh schon alles hin. Deshalb schafft es die restliche EU auch nicht, den EU-Rettungsschirm – wie von US-Minister Geithner gefordert – aufzustocken. Und so sitzt man in der Zwickmühle und eiert obergescheit herum, was dann auch zu den schon erwähnten Purzelbäumen führt:

Allerdings werde man, wie EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, nachdem die schon verabredete EFSF-Stärkung in allen Mitgliedsstaaten beschlossen sein werde, darüber sprechen, wie man möglichst viel aus dem Geld machen und eine „Hebelwirkung“ entfalten könne. „Wir suchen einen Mechanismus, wie wir aus einem Euro im EFSF fünf machen können“, beschrieb ein EU-Diplomat die Aufgabenstellung. Analysten äußerten sich positiv.
[Zitat ORF.at]

Herr im Himmel, der eine will möglichst viel aus dem Geld machen und sucht kramphaft nach einer “Hebelwirkung” (wenn schon, sollte er lieber nach einem Ventil suchen, denn das braucht man zum Aufblasen – mit einem Hebel kann man Sachen ja nur verschieben, nicht aber vergrößern…) und der andere will gar “aus einem Euro im EFSF fünf machen“. Und da wissen sich die Pleampln wirklich nicht zu helfen? Das (Geldvermehrung ohne Deckung) wird doch schon seit Jahrzehnten gemacht und ist ja die Ursache der derzeitigen Systemkrisen. Jeder Depp, der auch nur am Rande etwas mit Finanzen zu tun hat, wird wissen wie man das macht. Aber wenn Kommissar Olli und sein Team da wirklich intellektuell nicht durchsteigen sollten, bräuchten sie nur US-Boy Geithner fragen. Bei ihm werden sie sicher geholfen, denn die USA sind im wundersamen Geldvermehren zu Lasten anderer ja Weltmeister… :)

24. Sep. 2011

“Heftige Schelte für hohe Gaspreise” titelt der Kurier – leeres Gelaber sage ich… ;-)

Wieder einmal steigen die Gaspreise – und das nicht zu knapp. Ein “ständiges Ärgernis” nennt Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner die “überdynamische Entwicklung der Erdgas-Preise” und diese seien “nicht begründbar“.

Ebenso mokiert sich die E-Control, angeblicher Schutzschirm für permanent abgezockte Energiekonsumenten, wieder einmal über die steigenden Gaspreise. Die Margen würden dzt “am obersten Ende der Bandbreite der vergangenen zwei Jahre liegen” und das Ausmaß der Preiserhöhungen sei “zu hinterfragen“.

Gratuliere, Herrschaften! Schlechter hätten Sie es gar nicht machen können. So ein leeres Gelaber wird nämlich die Gaskeiler nur ein müde lächeln kosten und sie ob der dargebotenen Hilflosigkeit sogar noch motivieren, die Preisschübe noch steiler zu gestalten…

Vielleicht sollte einmal jemand E-Control und Wirtschaftsminister fragen, ob sie vom Österreichischen Strafgesetzbuch, insbesonders vom § 155, schon etwas gehört haben:

§ 155 – Sachwucher
(1) Wer außer den Fällen des § 154 gewerbsmäßig die Zwangslage, den Leichtsinn, die Unerfahrenheit oder den Mangel an Urteilsvermögen eines anderen dadurch ausbeutet, daß er sich oder einem Dritten für eine Ware oder eine andere Leistung einen Vermögensvorteil versprechen oder gewähren läßt, der in auffallendem Mißverhältnis zum Wert der eigenen Leistung steht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, wenn er jedoch durch die Tat eine größere Zahl von Menschen schwer geschädigt hat, mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.

Also Herrschaften! Gehen Sie vielleicht einmal hin und hauen Sie den Vorständen das StGB vor den Latz. Vielleicht wird manch ein CEO doch noch zum Nachrechnen animiert, wenn 5 Jahre (das mit “größere Zahl von Menschen schwer geschädigt” wird wohl locker erreicht sein) Häfen in greifbare Nähe rücken… ;-)

23. Sep. 2011

Wie blöd muss man sich stellen, um tatsächlich Narrenfreiheit (für das Ausplündern der Untertanen) zu erlangen? Vize-EU-Kommissions-Präsidentin Viviane Reding macht anscheinend gerade den Versuch, das herauszubekommen

Dass die EU-Staaten seit Jahrzehnten mehr Geld ausgeben, als sie einnehmen, ist bekannt. Ebenso bekannt ist, dass einige EU-Staaten die “wos scheiß i mi / nach mir die Sintflut” – Politik des Geldverschwendens besser beherrschen als andere. Noch mehr bekannt sein sollte, dass es unter Garantie in die Hose geht, wenn man IMMER mehr ausgibt als man einnimmt. Sogar der letzte Dorfdepp in Hintergigerlitzpatschen weiß das – bei den EU-Granden dürfte sich derartiges aber noch nicht so herumgesprochen haben.

Die sogenannten Eurobonds zur Verteilung des Geldes der sparsameren (dh der noch etwas weniger verschwenderischen) Staaten an die Pleitegeier ist ja bekanntlich gescheitert. Nun startet die EU-Kommission einen neuen Angriff und schickt die Frau Reding vor. Die Guteste lässt sich da natürlich nicht lange bitten und kotzt routiniert eine Idee aus, die an Dämlichkeit wohl nicht mehr zu überbieten sein wird. Jene 6 Eurostaaten, die noch die beste Bonitätsstufe (AAA) innehaben, sollen sich zusammenschließen und gemeinsam Kredite aufnehmen. Das Geld sollten sie aber gleich an die bereits abgestuften und teilweise vor der Pleite stehenden (zB Griechenland, Irland, Portugal…) Euroländer weitergeben. Für die Kredite würden dann (eventuell – vielleicht – hoffentlich…) zwar die Nehmer samt (niedrigerer) Zinsen zurückzahlen, aber haften würden dafür natürlich die vereinigten AAA-Staaten.

Sehr fein ausgedacht. Die AAA-Staaten sollen für die Kredite der Pleitiers haften, damit die dann weniger Zinsen zahlen. Auf die Idee, dass dann als Folge davon auch die AAA-Staaten höhere Zinsen zahlen müssten und höchstwahrscheinlich auch das AAA verlieren würden, kommt die Frau Reding scheinbar überhaupt nicht – oder doch? Gute Frage, aber es gibt wohl nur zwei Antworten. Entweder ist die Frau einfach nur grunddämlich oder derart verschlagen, dass sogar ein Mafiaboss gegen sie noch als Moralapostel durchgehen würde…. ;-)
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PS: Was wohl die Frau Reding dazu sagen würde, wenn Otto Lebemann (Name frei erfunden ;) , der mit seinem Einkommen Alkohol, schnelle Autos und schöne Frauen nicht mehr finanzieren kann, sie persönlich um so einen Gefallen bitten würde, um sich die hohen Bankzinsen für sein stetig steigendes Minus zu ersparen? Ich bin mir vollkommen sicher, sie würde sofort einen Kredit aufnehmen, das Geld dem Lebemann umgehend 1:1 rüberwachsen lassen und für die volle Summe persönlich haften… :-)

15. Sep. 2011

Dass die Grünen für eine unfreie, gehirngewaschene Einheitsgesellschaft stehen, hat sich ja schon herumgesprochen. Man denke nur an das wehemente Verfechten von Glühbirnenverbot, Rauchverbot, Plastiksackerlverbot, Zigarettenautomatenverbot etc. Nun scheint der Grün-Faschismus aber neue Dimensionen zu erreichen…

Wie es aussicht, laufen der Stadt Wien trotz enormen, fast ausschließlich auf Zuwanderung gründenden Bevölkerungszuwachses die Bürger davon. Knapp 30.000 Leute, vorwiegend junge, haben in den Jahren 2009 und 2010 jeweils der Stadt den Rücken gekehrt und sind auf´s Land gezogen. Diesem Flüchtlingsstrom will die frischgebackene Vizebürgermeistern Maria Vassilakou nun mit allen Mitteln bekämpfen.

Die Sehnsucht nach dem Häuschen im Grünen mit allen Mitteln bekämpfen und der Stadtflucht einen Riegel vorschieben: Geht es nach Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, sollen die Wiener in Wien bleiben.[Zitat: DiePresse]

Ein Wort hat sie vergessen, die Gute – MÜSSEN hat sie uns einfach unterschlagen, “…sollen in Wien bleiben MÜSSEN“, wäre ein logisches grünes Statement, wenn man sich erinnert, was schon eine Zeit lang bei dieser Partei immer offenbarer wird. Es besteht also der dringende Verdacht, dass Maria Vasilakou kurz vor dem Ende des Satzes der Mut zur Wahrheit dann doch noch etwas abhanden gekommen wäre… ;)

Wenngleich die ungeregelte, ausufernde Zuwanderung nach Wien in erster Linie Häupl-Sache ist, haben doch auch die Grünen dabei ihren Anteil an Schuld zu tragen. Nie haben sie ein Wort dagegen erhoben, ja, sie fordern sogar noch immer, jeden ein Bleiberecht zu verpassen, der gerade, vom Sozialsystem angezogen, vorbeikommt. Dass diese Politik letztendlich zu einer Verslummung großer Teile von Wien führen wird, überreissen die schlaueren Wiener natürlich früher. Und das sind idR halt die Jüngeren (20 bis 34-jährigen), die gerade aus der Stadt flüchten.

Man muss die Maria von Wien da dann aber auch wieder verstehen. Was sollte sie denn tun? Die Flucht der besser gebildeten Jungbürger einfach hinnehmen geht wohl nicht, denn das würde die verfehlte Politik offenbar werden lassen. Die Stadt, indem man die Zuwanderung regelt (dh auf leistungsbereite, gebildete Leute beschränkt) auf Dauer lebenswerter zu machen, geht auch nicht, denn dazu müsste man ja erst recht zugeben, dass man Jahrzehnte lang das absolut Falsche gefordert und gemacht hat. Man kann also nur, die Aussiedler “mit allen Mitteln bekämpfen“. Ich fürchte fast, dass die Grünen dabei sogar eine Wiener Mauer nach längst überwunden geglaubten deutschem Vorbild akzeptieren würden…

5. Sep. 2011

Die Führer der ohne Subventionstropf nicht lebensfähigen ÖBB haben wieder einmal eine Idee. Der gelernte Ösiländer weiß da natürlich, dass ein Angriff auf die Brieftaschen bevorsteht…

Das Preissystem wollen sie gehörig umkrempeln, die ÖBB. Die Ticketpreise sollen sich künftig an der Auslastung der Züge orientieren. Die Fahrt mit chronisch überfüllten Zügen soll künftig anscheinend deutlich teurer, jene mit leeren Zügen deutlich billiger werden. Auf den ersten Blick gar keine so schlechte Idee. Sieht man aber näher hin, erkennt man leicht, dass es in Wahrheit um das schamlose Abzocken ihrer besten Kunden geht.

Zunächst einmal fällt auf, dass es für ein Dienstleistungsunternehmen merkwürdig erscheint, die Dienstleistung nicht grundsätzlich dann anbieten zu wollen, wenn es der Kunde will, sondern diesen per Preisdruck dazu bringen zu wollen, gefälligst dann zu fahren, wenn es einem selber genehm ist. Mit Marktwirtschaft hat ein Monopolbetrieb sowieso nicht viel zu tun, aber muss man wirklich bei jeder Gelegenheit derart penetrant heraushängen zu lassen, wie sehr man diese verabscheut? ;)

Viel schlimmer ist aber das wahre Ziel, welches hinter der vordergründig dargebotenen Idee steckt. Wenn man dieses als “halsabschneiderisches Abzocken” beschreibt, ist man wohl noch bei weitem zu milde. Es gibt nämlich einen Haufen Leute, die sich nicht aussuchen können, wann sie die Züge benützen. Es sind dies diejenigen, die zur Arbeit und zur Schule fahren – Pendler und Schüler haben nämlich fixe Termine. Und genau dann, wenn die Genannten fahren, sind die Züge voll bis überfüllt. Geht das neue Preissystem jetzt durch, dann werden die Pendler hinkünftig die ÖBB noch mehr subventionieren, wie jetzt schon (750 Euro im Jahr bezahlt jeder einzelne ja jetzt schon für die Pleitebahn, ohne auch nur einen einzigen Kilometer mit ihr gefahren zu sein). Und auch die öffentliche Hand darf sich freuen, denn die Schülerfreifahrt wird wohl auch kräftig teurer werden…

Die Qualität der Manager erkennt man auch daran, dass ihre Strategien nicht so leicht durchschaubar sind. Mit den ÖBBlern sollte man aber hier nicht so streng umgehen, denn woher sollten die wissen, dass offenkundig bauernschlaue Winkelzüge normalerweise nicht so durchgehen? Sie haben ja seit Jahrzehnten schon Narrenfreiheit in dieser Hinsicht… ;-)

4. Sep. 2011

Tun wir halt a Bissl swapen“, werden sich die linzer Gewaltigen während eines Stimmungsdurchhängers zwischen Aperol Sprizz und Frizzante wohl gedacht haben:)

Jeder Häuslbauer – manche mussten vorher teure Erfahrungen machen – weiß inzwischen, dass Kredite in Fremdwährungen (in aller Munde ist eine Zeit lang schon der Schweizer Franken) ein beträchtliches Risiko bergen. 2007 dürften auch die Stadtregenten zu Linz da durchgestiegen sein und sich entschlossen haben, das Risiko der Schweizer-Franken-Anleihe der Stadt in Höhe von 195.000.000.- Euro mit einer Wette (Swap-Geschäft) zu minimieren.

Vielleicht hätte den Linzern bei Zeiten jemand sagen sollen, dass es im allgemeinen nie gut ausgeht, wenn man Geschäfte macht und nichts von Geschäften versteht. Anderseits aber sollte man meinen, dass ein Finanzdirektor, ein Finanzstadtrat und ein Bürgermeister einer 190.000-Einwohner-Stadt wenigstens in Finanzsachen wissen was sie tun. Zumindest wenn man deren Gehälter betrachtet sollte man das annehmen können…

Die Linzer haben also eine Swap-Wette abgeschlossen, um das Risiko einer im Falle eines steigenden Schweizer Franken teurer werdenden Anleihe zu mindern. Meiner Meinung nach wurden die Linzer durch die Begebung der Anleihe in Fremdwährung schon einem unzulässigen Risiko ausgesetzt, aber das ist eine andere Geschichte.

Normalerweise sollte nun die Swap-Wette so ausgestaltet sein, dass sie bei einem Steigenden Franken Gewinn abwirft, mit dem dann der Verlust durch die dann ja teurer werdende Anleihe in etwa ausgeglichen werden kann (vorausgesetzt natürlich sie diente – wie kolportiert – nur zur Absicherung der Anleihe…). Aber das dürfte den linzer Kapazundern zu banal erschienen sein – so macht das ja jeder. Sie haben das scheinbar gaaanz anders gemacht. Jetzt, da der Franken kräftig gestiegen ist, wird die ganze Schläue der Pleampln offenbar. Die Anleihe ist massiv teurer geworden UND der Verlust der Swap-Wette explodiert. Man spricht schon, dass dieses gewissenlose (oder abgrundtief dämliche) Abenteuer die Stadt bis zum Ende der Laufzeit des Swap-Geschäfts bis zu 400.000.000.- Euro kosten kann. Also zweimal soviel, wie die Anleihe, die sie (angeblich?) besichern sollte.

Die Frage ist jetzt, ob die Handelnden absolute Trollvottel oder doch gewissenlose Zocker sind. Entweder haben sie wirklich nicht kapiert, dass sie genau in die falsche Richtung spekulieren oder sie haben bewusst gezockt und das Risiko einer Pleite der Stadt Linz einfach in Kauf genommen…

2. Sep. 2011

Muammar Abu Minyar al-Gaddafi wird wohl nicht unbedingt der Traum-Schwiegersohn westlicher Mütter sein. Ist aber wurscht, denn recht lange wird´s ihn – zumindest in Libyen – eh nicht mehr geben…

Irgendjemanden in der westlichen Welt muss dieser al-Gaddafi kürzlich mächtig auf die Zehen getreten sein. Er wurde zwar immer schon mit Terrorismus (zB Lockerbie) in Verbindung gebracht und dass es mit den Menschenrechten in seinem Land nicht weit her sei, pfiffen auch die Spatzen schon seit Jahrzehnten von den Dächern. Trotz alldem hat es insgesamt nur zu einem lauen (US-britischen) Kurzzeitbombardement im Jahr 1986 gegen Lybien gereicht. Ansonsonsten wurde der sich zunehmend zahmer gebende “tollwütige Hund des Nahen Ostens” ((c) Ronald Reagan 1986) in Europa mehr oder weniger hofiert.

Doch nun ist plötzlich alles anders geworden. Den arabischen Frühling haben die USA zum Anlass genommen, um mit Hilfe der UNO einen Krieg gegen Libyien zu beginnen. Rasch wurde mit willfährigen Europäern – von Anfang an als treibende Kraft allen voran Frankreich – und der NATO eine Allianz gegen Libyen geschmiedet (als Feigenblatt wurden sogar ein paar Araber alibihalber dazugenommen). Mit Frankreich, USA, Großbritannien, Dänemark, Kanada, Spanien, Belgien, Niederlande, Norwegen, Katar, Italien, Griechenland, Vereinigte Arabische Emirate, Türkei und Schweden sind insgesamt 15 Staaten in den Krieg verwickelt. Und das ist jetzt kein laues Kurzzeitbombardement, diesmal geht´s ordentlich zur Sache – al-Gaddafi dürfte bald Geschichte und halb Libyien zerstört sein.

Nun muss man sich fragen, warum der westliche Hammer gerade jetzt so derart hart niederfährt. Der Aufstand der fragwürdigen Rebellen kann ja wohl nicht der Grund gewesen sein. Sowas hat der Gaddafi gewiss schon öfters im Keim erstickt bzw brutalst niedergeschlagen und niemanden hat es je gestört. Und außerdem springt Bashar al-Assad in Syrien – völlig unbehelligt von irgendeiner Allianz – gewiss noch härter mit seinen Widersachern um, als es al-Gaddafi vor den Bomben tat. Sehr rätselhaft das Ganze…

Nun bringt aber die französische Zeitung “Libération” etwas Licht in die Sache. Dort wird nämlich behauptet, dass sich der französische Präsident bereits am 3. April 2011 (= 2 Wochen nach den ersten Bomben) vom libyschen Übergangsrat (das ist der hinterfragungswürdige Haufen, der von der Allianz an die Macht gebombt wird und von dem niemand weiß, ob er überhaupt nennenswerten Rückhalt im libyschen Volk hat) 35 Prozent des libyschen Rohöls zusichern ließ. Hat also keine Zeit verloren, der Big Sarko und zugelangt hat er mit 35% auch ganz ordentlich – alle Achtung!

Wenn man nun unterstellt, dass Sarkozy in Nordafrika keine neuen Kolonien unterwerfen will, dann ist er ja noch schlimmer, als ein anderer großer (äh kleiner ;) ) Franzose. Napoleon hat zwar auch Europa in den Krieg gestürzt, aber reine Raubzüge hat er nicht unternommen…
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PS: Wer sich das andere Öl in Libyen unter den Nagel gerissen hat, ist noch nicht bekannt. Ich würde einmal für die USA zumindest ebenfalls 35% und für GB ca 30% schätzen. Ob das stimmt, weiß ich natürlich nicht. Sicher scheint nur zu sein, dass das libysche Volk beim Öl leer ausgehen und künftig ärmer sein wird. Hoffentlich bleibt den Libyern wenigstens ein endloser Bürgerkrieg erspart. Dazu wünsche ich ihnen viel Glück, denn das werden sie brauchen…