“Tun wir halt a Bissl swapen“, werden sich die linzer Gewaltigen während eines Stimmungsdurchhängers zwischen Aperol Sprizz und Frizzante wohl gedacht haben…
Jeder Häuslbauer – manche mussten vorher teure Erfahrungen machen – weiß inzwischen, dass Kredite in Fremdwährungen (in aller Munde ist eine Zeit lang schon der Schweizer Franken) ein beträchtliches Risiko bergen. 2007 dürften auch die Stadtregenten zu Linz da durchgestiegen sein und sich entschlossen haben, das Risiko der Schweizer-Franken-Anleihe der Stadt in Höhe von 195.000.000.- Euro mit einer Wette (Swap-Geschäft) zu minimieren.
Vielleicht hätte den Linzern bei Zeiten jemand sagen sollen, dass es im allgemeinen nie gut ausgeht, wenn man Geschäfte macht und nichts von Geschäften versteht. Anderseits aber sollte man meinen, dass ein Finanzdirektor, ein Finanzstadtrat und ein Bürgermeister einer 190.000-Einwohner-Stadt wenigstens in Finanzsachen wissen was sie tun. Zumindest wenn man deren Gehälter betrachtet sollte man das annehmen können…
Die Linzer haben also eine Swap-Wette abgeschlossen, um das Risiko einer im Falle eines steigenden Schweizer Franken teurer werdenden Anleihe zu mindern. Meiner Meinung nach wurden die Linzer durch die Begebung der Anleihe in Fremdwährung schon einem unzulässigen Risiko ausgesetzt, aber das ist eine andere Geschichte.
Normalerweise sollte nun die Swap-Wette so ausgestaltet sein, dass sie bei einem Steigenden Franken Gewinn abwirft, mit dem dann der Verlust durch die dann ja teurer werdende Anleihe in etwa ausgeglichen werden kann (vorausgesetzt natürlich sie diente – wie kolportiert – nur zur Absicherung der Anleihe…). Aber das dürfte den linzer Kapazundern zu banal erschienen sein – so macht das ja jeder. Sie haben das scheinbar gaaanz anders gemacht. Jetzt, da der Franken kräftig gestiegen ist, wird die ganze Schläue der Pleampln offenbar. Die Anleihe ist massiv teurer geworden UND der Verlust der Swap-Wette explodiert. Man spricht schon, dass dieses gewissenlose (oder abgrundtief dämliche) Abenteuer die Stadt bis zum Ende der Laufzeit des Swap-Geschäfts bis zu 400.000.000.- Euro kosten kann. Also zweimal soviel, wie die Anleihe, die sie (angeblich?) besichern sollte.
Die Frage ist jetzt, ob die Handelnden absolute Trollvottel oder doch gewissenlose Zocker sind. Entweder haben sie wirklich nicht kapiert, dass sie genau in die falsche Richtung spekulieren oder sie haben bewusst gezockt und das Risiko einer Pleite der Stadt Linz einfach in Kauf genommen…
[...] Zukunft der Linzer haben sie sowieso schon verschissen, weil sie mit Geld, dass sie überhaupt nicht hatten und dass noch viel weniger ihnen [...]
2. Nov. 2011 | #