Alkohol: Noch Kulturgut oder schon illegale Droge

AlkoholEin Bier in der Wirtschaft zu bestellen, das Glas Wein zum Fernsehabend – für uns ist es ganz normal im Alltag alkoholische Getränke zu konsumieren. In manchen Bundesländern gehört es fest zum Brauchtum dazu wie in Bayern beim Oktoberfest und andere schwören auf angeblich positive gesundheitliche Auswirkungen. Was viele unter den Tisch fallen lassen: Alkohol ist eigentlich eine legale Droge. Neueste Studien ergaben, dass es zurzeit 350.000 Abhängige in Österreich gibt, in Deutschland sind es rund 1,3 Millionen. Darunter werden jedoch noch nicht mal diejenigen mitgezählt, die zwar zu viel trinken, aber noch nicht körperlich abhängig sind. Fakt ist doch, wenn man sich die Schlagzeilen ansieht, dann merkt man, dass die meisten Delikte unter Alkoholeinfluss geschehen. Autounfälle, Schlägereien, Häusliche Gewalt, Hartz IV, es gibt eine Vielzahl an Bildern, die einem sofort in den Kopf schießen wenn man an Alkoholabhängige denkt. Natürlich gebe ich zu, dass nicht jedes Vorurteil universell gilt, aber was doch eigentlich jeder bestätigen kann: Alkohol verursacht umfangreiche soziale sowie gesundheitliche Schäden. Das gefährliche ist, dass Hochprozentiges überall angeboten wird und schon für wenig Geld. Schließlich gehört es ja zu unserem Kulturgut. Es gibt natürlich einige Menschen, die verantwortungsvoll mit dem Konsum umgehen können und sich ab und an mal ein Glas genehmigen, dazu zähle ich mich ganz klar mit. Doch es scheint für viele eben nicht so einfach sein, sich maßregeln. Warum? Weil es die Sinne betäubt, wenn der Tag eh schon schlecht gelaufen ist. Man ein anderer Mensch ist. Für mich klingt der Konsum von Alkohol schon längst nicht mehr nach „nur“ Kulturgut. Sonst würde man sich ja nicht maßregeln müssen. Ich finde, das Thema wird nach wie vor viel zu laissez-faire behandelt und würde mir wünschen, dass es in Zukunft schwerer und teurer wird Alkohol zu kaufen.

Wiebke (55)