5. Nov. 2011
Der gerade den sachverständigen Schulmeister heraushängen lassende Salzbaron kämpft mit dem Bildungsvolksbegehren für die linksideologische Gesamtschule. Und dabei liegen die Probleme ganz woanders…
In der Ferdinand-Hüttner-Schule in Linz wird offenbar, woran es im Schulsystem krankt. Ein Direktor wurde (richtigerweise) entfernt, weil er dringend verdächtig ist, Watschen ausgeteilt zu haben. Seine Nachfolgerin wird aber nun auch angegriffen – und zwar von Eltern und Lehrern. Auf Kurier.at ist darüber unter dem Titel “Eltern drohen mit Schülerstreik” über die “Verfehlungen” der neuen Schulleiterin zu lesen:
Beispielsweise habe sie aus Sicherheitsgründen versucht, durchzusetzen, dass schulfremde Personen nicht mehr nach Belieben in den Klassen ein- und ausgehen dürfen. Und sie forderte Kinder auf, während des Unterrichts ihre Trinkflaschen bis zur nächsten Pause wegzupacken.
[Zitat: Kurier.at]
Hmmm, jeder vierte Österreicher hat einen an der Klatsche, behauptet zumindest die Deppendoktorlobby. Wenn das alles ist, was man der Frau vorwirft, dann müssen diese Vierten in der seltsamen Besserwisservereinigung von Linz überproportional stark vertreten sein. Sollte es nicht das Normalste vom Normalen sein, dass sich in Klassenzimmern während des Unterrichts im Normalfall nur Lehrer und Schüler aufhalten? Und wegen der während des Unterrichts verbotenen Trinkflaschen könnten sich die Herrschafte Eltern getrost selber bei der Nase nehmen. Hätten sie ihren Kindern nämlich ein Mindestmaß an Anstand und Respekt anderen gegenüber beigebracht, dann wäre das sowieso kein Thema. Dann nämlich würden die Kinder ihre Trinkflaschen von sich aus bis zur Pause im Rucksack lassen, und wenn doch nicht, wenigstens einen diesbezüglichen Hinweis verstehen und lernen, dass ein Mindesmaß an Anstand das Leben wesentlich erleichtert.
Aber die Sache hat auch sein Gutes. Durch die Unstimmigkeiten in der Ferdinand-Hüttner-Schule in Linz kommt nämlich die ganze Misere unseres Bildungssystems zum Vorschein. Genau so, wie die selbsternannten Revoluzzer dort wollen, gelingt nämlich die Verblödung der Gesellschaft von ganz alleine. So schafft man es ganz ohne Anstrengung, dass ein Großteil der Schulabgänger die Grundrechnungsarten nicht beherrscht, nicht sinnerfassend lesen kann und darob als (ober)gescheiter Besserwisser leicht manipulierbar durchs Leben stolpert.
Das was da in Linz vorgeht, ist nämlich kein Einzelfall. Vielmehr haben die Schüler in den meisten Volksschulen ihren Hauptstress darin, es nicht rechtzeitig von einer Kuschelecke in die andere zu schaffen. Und die Lehrer, die sich unterstehen, ihren Schülern das 1×1 oder halbwegs sinnerfassendes Lesen beibringen zu wollen, sehen sich einer breiten Angriffsfront aus Linksideologen, besserwisserischen Experten und bissig querulierenden Eltern bei gleichzeitig fehlender Unterstützung durch die Schulbehörden gegenüber. Sie werden so systematisch dazu gebracht, den Hut drauf zu hauen und ebenso lau dahinzuplätschern, wie die anderen Wellnesslehrer. Es gibt nur wenige, die diesen linken Selbstverwirklicherdruck standhalten können. Und die sind stark burnoutgefährdet…
Es wäre also genug zu tun in Sachen Schule – und es wird auch viel getan. Leider genau in die falsche Richtung, wie das Volksbegehren des Salzmannes beweist…