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14. Jan. 2011

Die fast schon extremistisch guten Vikinger sind ja immer für einen Kopfstand gut. Jetzt haben sie in Schweden eine wahrhaft revoluzionäre Art der Energiegewinnung ersonnen…

Ein schwedisches Unternehmen will die Abwärme menschlicher Körper nutzen. Diese soll am Zentralbahnhof von Stockholm mittels Wärmetauscher aus der Entlüftung des Bahnhofsgebäudes abgesaugt. Mit dem erzeugten Warmwasser soll dann ein Bürogebäude zu 25 Prozent mitbeheizt werden. Auf den ersten Blick natürlich eine super Idee, auf den zweiten Blick aber – na, ja…

Grundsätzlich wird es ja so neu nicht sein, Wärme aus der Abluft von Gebäuden zurückzugewinnen. Moderne Gebäude werden das wohl schon als Standard eingebaut haben. Ob sich nun der sicher nicht kleine technische Aufwand, die Wärme in ein anderes Gebäude zu transverieren, rechnen wird, ist die erste Frage, die sich stellen wird. Sollte das aber so sein, dann wird sicherlich der Betreiber des Bahnhofes (der diesen ja auch heizen wird müssen) bald draufkommen, dass er die Wärme selber, noch dazu mit viel geringerem Aufwand, auch nützen kann. Die Betreiber des innovativen Bürohauses werden also ganz schnell wieder 100% Prozent Heizkosten + Investitionskosten für die nun nutzlose Anlage zu gewärtigen haben.

Natürlich könnte es sein, dass der Bahnhofsbetreiber seinen latenten Energievorteil verpennt. Recht lange wird das aber nicht anhalten, denn ein Prophet muss man nicht sein, um vorauszuahnen, dass die Energiesauger aus Profitgründen die Menge der abgesauten Luft (egal, ob vereinbart oder nicht) erhöhen und damit die Temperatur im Bahnhof senken werden. Und plötzlich stark steigende Heizkosten machen in der heutigen Zeit die größten Schläfer munter… ;)

Das innovative Projekt wird also jedenfalls zum Scheitern verurteilt sein, weil sich hier einer auf Kosten eines anderen einen Energievorteil verschaffen will. Gewinnen tut aber trotzdem jemand. Nämlich der coole (um nich zu sagen bauernschlaue) Unternehmer, der seine Anlage wahrscheinlich gut verkaufen wird. Der wird sein Geld nämlich schon in der Tasche haben, wenn die anderen bemerken, dass sie durch die Finger schauen… :)

5. Dez. 2010

Ich gebe zu, dass ich mir über die Person von Julian Assange nicht ganz im klaren bin (gestohlenes Material zu veröffentlichen widerstrebt mir eigentlich), ein Terrorist oder Sexualverbrecher ist er aber gewiss nicht…

Als Terroristen denunzieren ihn die Amerikaner. Dass die sauer sind und herumschlagen wie tollwütige Affen, wenn jemand hunderttausende geheime eMails aus dem Statedepartement veröffentlicht, ist auch mir klar. Nur ist Assange hier nicht die richtige Adresse. Die Amis, mit ihrem Heiland als Führer, sollten lieber in sich gehen und über den Umgang mit sensiblen Daten nachdenken. Dass sich nämlich ein ganz gewöhnlicher, kleiner Obergefreiter der Armee über Monate hinweg, ohne das es irgend jemandem auffällt, an geheimsten Daten im Gigabite-Bereich bedienen kann, ist unbeschreiblich. “Abgrundtief dämlich” reicht bei weitem nicht aus, um diesen Dilettantismus zu beschreiben.

Apropos Daten. Überschlägt sich nicht gerade die Eurokratur, unterwürfig jede erdenkliche Art von Bürgerdaten den USA zur Verfügung zu stellen? Das Swift-Abkommen sei nur als Beispiel erwähnt und die Daten aus den Polizeicomputern sind als nächstes Ziel bereits bekannt geworden. Wie sicher unsere Daten drüben sein werden, wenn die Amis schon zu dämlich sind, auf ihre eigenen, geheimsten Daten aufzupassen, kann sich wohl jetzt auch der letzte Dorfdepp ausmalen. Die lobbyismuszerfressene Bürokratenbande in Brüssel wird das aber kaum hindern, weiterhin unsere Daten bereitwillig zu liefern…

Und dass es mit den Terrorismusvorwürfen nicht so weit her ist, erkennt man ganz leicht daran, wie schwer sich die USA tun, Assange überhaupt irgend etwas Strafbares anzudichten. Sie dürften immer noch nichts gefunden haben, sonst würde es wohl sicherlich auch schon einen amerikanischen Haftbefehl geben – oder?

Was man vom Vergewaltigungsvorwurf halten soll, weiß man, wenn man sich zu Gemüte führt, was in Schweden als Vergewaltigung gilt. Man ist ja von den vor ekelerregender Gutheit triefenden Skandinaviern allerhand Unsinn gewöhnt, aber das hat selbst mich überrascht. Man muss sich fast wundern, dass sich in Schweden überhaupt noch waghalsige Männer finden, die sich in die Nähe von Frauen wagen. Wahre Adrenalinjunkies müssen das sein… :)

Dass sich die Schweden wegen so einem Schas, den man Assange vorwirft, trauen, einen internationalen Haftbefehl auszustellen, lässt schon die Vermutung aufkommen, dass auch da die momentan extrem angstbeissenden Amerikaner dahinter stecken könnten…

Nicht unerwähnt sollte man auch lassen, dass alles was die Amerikaner derzeit in der Wikileaks-Affaire unternehmen, vom Messias, der den Friedensnovellpreis schon im Vorraus erhalten hat, höchstselbst befohlen, zumindest aber wissend geduldet wird. Anderes ist in Angelegenheiten nationaler Sicherheit wohl nicht vorstellbar…
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PS: In acht nehmen sollte sich auch Peter Pilz. Das was dem Julian Assange jetzt zum Verhängnis werden wird (gestohlenes Material einsammeln und gegebenenfalls veröffentlichen), macht er ja mit seiner Pilz Box schon lange… ;)

4. Nov. 2010

Ich weiß jetzt nicht, aber über die EU-Justizkommissarin Viviane Reding muss irgendetwas gekommen sein. Sie will anscheinend in Sachen Datenschutz nun tatsächlich einen Schritt in die richtige Richtung machen. Sie wird doch nicht etwa gar vom Saulus zum Paulus werden wollen… ;)

Die EU-Kommission sorgt sich also um den ausreichenden Schutz der Daten ihrer Bürger. Man will die Datenschutzrichtlinie ändern und als Ziel wurden die sozialen Netzwerke (Facebook, MySpace etc) ins Auge gefasst. Man möchte diese zum raschen Löschung von Benutzerdaten zwingen. Es ist sehr lobenswert, dass die EU-Kommission da endlich ihren Arsch in Bewegung setzt – soooo neu ist das Problem nämlich nicht mehr.

Ein paar unbedeutende Kleinigkeiten dürften der brüsseler Justizprinzessin aber dennoch entgangen sein. Man kann zwar sicherlich die sozialen Netze als Datenfallen ansehen, gegen den Datenmoloch Google (Stichwort: Streetview) nehmen sich diese aber aus wie unterentwickelte Gartenzwerge. Aber selbst Google ist noch nicht die größtmögliche Gefahr für die Daten der EU-Bürger. Google-Dienste muss man ja nicht nutzen und wer MySpace, Facebook und co vertraut, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Wenn die Kommission hier was tun will ist es zwar löblich, das Hauptproblem in Sachen Datenschutz löst es aber sicherlich nicht.

Die größte Gefahr für persönliche Daten ist nämlich immer noch die am lobbyistischen Gängelband geführte EU-Kommission selber. Oder ist etwa jemand anderer in Europa für das zügige Vorantreiben der Filterung jeglichen Datenverkehrs im Internet und ACTA verantwortlich? Und wer hat denn mit dem SWIFT-Abkommen unsere Bankdaten den Amerikanern zum Fraß vorgeworfen?

Wenn also die gute Frau Reding will, dass ihr irgendjemand noch irgendetwas glaubt, dann möge sie in der EU-Kommission mit dem datenschutzmäßigen Ausmisten beginnen. Ach so, das geht ja nicht. Da müsste sie ja wieder dem kleinen Franzosen in die Quere kommen und der hat ihr ja schon einmal gezeigt, wo sie sich ihre Richtlinien hinstecken kann… :)

9. Okt. 2010

Die bestens vernetzten Halsabschneider der Unterhaltungsindustrie haben wieder zugeschlagen. Mit der Festplattenabgabe wollen sie ihre mangelnde Kreativität monetär kompensieren. Sooo schlimm wäre das für sich alleine noch nicht. Die Gefahr ist aber, dass andere die Idee aufgreifen könnten…

HP klagt gegen die Festplattenabgabe und ich hoffe, dass sie Erfolg haben. Nicht so sehr deshalb, weil ein Zwangsabkassieren ohne jegliche Leistung eher an Raubrittertum gemahnt als an einen Rechtsstaat, sondern weil so ein “Geschäftsmodell” schnell Schule machen könnte. ZB könnten unsere schwer unter der Tatsache, stets über zu wenig öffentliches Geld zu verfügen, um es so richtig aus dem Fenster werfen zu können, leidenden Führer das aufgreifen. Es müssten ja nicht unbedingt Festplatten sein, es gibt ja auch sonst massig keine Leistungen, für die man abkassieren könnte.

ZB könnte man für Autos eine Abgabe einführen, weil mit denen ja zu schnell gefahren werden könnte. Oder für Waffen, weil man damit ja eine Bank überfallen könnte. Oder für den Internetzugang, weil man im Internet Betrügereien begehen könnte. Oder für Fernseher, Computer und Handy, weil damit auch der ORF empfangen werden könnte. Uuuups, letzteres gibt´s ja eh schon… :)

5. Aug. 2010

Mit riesen Schritten geht die weltbeste Suchmaschine, ohne die man sich das Internet gar nicht mehr vorstellen könnte, voran – zielgenau in Richtung eines unkontrollierbaren Monstrums

Google steht angeblich kurz davor, die bisher bestehende Netzneutralität zu untergraben. Die Verhandlungen zwischen Google mit einem Telekomanbieter zur bevorzugten Behandlung der eigenen Dienste (gegen Bezahlung selbstverständlich) stehen vor dem Abschluss. Mit “Kein Kommentar” sprach ein Google-Sprecher dazu vielsagend nichts…

Nun ist es ja kein Geheimnis, dass Telekomanbieter weltweit nach dem Geld derjenigen gieren, die im Netz verdienen. Diese würden große Datenmengen transportieren lassen und sollten dafür blechen. Was auf den ersten Blick nur logisch klingt, sieht bei näherer Betrachtung schon etwas anders aus. Die feinen Telekomer wollen doppelt kassieren – nicht mehr und nicht weniger. Jeder Kunde zahlt ja für den Anschluss sowieso und die konsumierten Datenmengen sind da wohl im Preis eingerechnet. Und die Web-Dienstleister zahlen auch für die Netz-Anbindung. Dass was die Telekomanbieter also fordern ist schlichtweg, einen Freibrief dafür ausgestellt zu bekommen, ihre Leistungen doppelt zu verrechnen.

Es ist natürlich klar, dass Geschäftsleute jede legale Möglichkeit, ein Geschäft zu machen, nützen. Das soll man ihnen auch nicht krumm nehmen. Die Schurken sind diejenigen, die ihnen diese Doppelabzockereien ermöglichen… ;)

Früher, in der Guten alten Zeit, wäre es undenkbar gewesen, dass Google auf einen Angriff der Netzneutralität nicht allergisch reagiert und alles unternommen hätte, diesen abzuwehren. Zumindest wäre in dem Unternehmen niemand auf die Idee gekommen, dies zu unterstützen und für eigene Zwecke auszunutzen. Aber das war einmal, nun geht Google andere Wege, die sich schon beim weltweiten Irrtum ;) in den Street View Autos abgezeichnet haben…

16. Mai. 2010

Unabsichtlich” wäre es passiert, es sei ihnen klar, “schwer versagt” zu haben, es sei ohne ihr Wissen “eine experimentelle Software” eingesetzt worden und “die Aufrechterhaltung des Vertrauens der Menschen” sei grundlegend für alles, was sie machen würden. Bei Google muss nach der verpatzten Fleißaufgabe bei Streetview die Kacke aber mächtig am Dampfen sein…

Google musste also auf Druck des deutschen Bundesverbraucherministeriums zugeben, dass im Zuge der Datenaufnahme für Streetview auch in privaten WLAN-Netzen herumgeschnüffelt wurde. Man beeilt sich beim Konzern nun, die Sache einerseits herunterzuspielen und andererseits den zerknirschten Selbstgeißler zu geben. Die Googler verhalten sich dabei, wie ein während der Schularbeit beim Schummeln erwischter Musterschüler. Das alleine wäre noch gar nicht so schlimm, damit müssen sie selber fertig werden. Wirklich grauslich ist aber, dass die Mehrheit der Leute dieses lächerliche Getue offenbar glaubt.

Google musste eingestehen, dass in den vergangenen Jahren Fragmente von E-Mails und Surf-Daten erfasst wurden, wenn die Kommunikation über öffentliche WLAN-Netze erfolgte. Gesammelt wurden die Daten mit Google-Fahrzeugen, die für den Dienst Street-View Bilder von Straßenansichten machten. Dabei wurde auch registriert, ob sich WLAN-Netze in der Nähe befinden. Was Google nach eigenen Angaben nicht wusste, war, dass zudem noch eine experimentelle Software eingesetzt wurde, die die über die öffentlichen WLAN-Netze gesendeten Daten sammelte, wenn das Google-Fahrzeug gerade in Reichweite war.
[Zitat DiePresse]>.

Na alsdann, die privaten Daten wurden irrtümlich eingesammelt und Google hat von der “experimentellen Software” gar nichts gewusst. Da haben wohl ein paar Zehnuhrpausen-Cyberkids die Streetview-Fahrzeugflotte gehackt und einen Trojaner eingeschleust. Kann ja jedem passieren… ;)

Vielleicht sollten die Googler aber einmal erklären, wozu bei Streetview alle WLAN-Netze kartographiert werden? Wozu braucht ein Suchmaschinen- und Werbekonzern Daten über die Standorte aller offenen WLAN-Netze?

Da fällt mir ein, dass schon seit ein paar Jahren über Zusammenarbeit von Google mit amerikanischen Geheimdiensten gemunkelt wird. Beiweise gibt es bis jetzt freilich keine, die beim googleschen Betriebsunfall offenbar gewordene Datensammlung wäre aber mit Sicherheit für die Profischnüffler sehr interessant. Und 1+1 ist bekanntlich 2… :)

29. Apr. 2010

Kinderpornografie dürfte in letzter Zeit zu einer regelrechten Seuche ausgeartet sein. Man wunderte sich, warum die Ausbreitung im Netz so explosionsartig erfolgte. Jetzt braucht man sich nicht mehr zu wundern…

Christian Engström hat was herausgefunden, was die (zB vom kleinen Franzosen, aber auch von Loser Brown gar so hofierte) Unterhaltungsindustrie noch bedenklicher erscheinen lässt. Da soll doch glatt ein von dieser bezahlter Lobbyistenlümmel gesagt haben:


“Kinderpornografie ist großartig, weil Politiker sie verstehen. Indem wir diese Karte ausspielen, können wir sie dazu bewegen, Website zu blockieren. Sobald sie das gemacht haben, kriegen wir sie dazu, Filesharing-Websites zu blockieren”

[Zitat: DiePresse]

Aha, für die Unterhaltungsmafia kommt also die Kinderpornoinflation gar nicht ungelegen. Sie ist also nur ein Mittel zum Zweck, das Internet zu zensieren, um ihr eigenes, veraltetes und jegliche Kreativität vermissen lassendes Geschäftsmodell bequem über die Runden zu bringen.

Nun wäre es aber nicht so verwerflich, einen bestehenden Umstand für seine geschäftlichen Zwecke auszunutzen. Es zeigt sich aber sehr oft, dass neue Realitäten erst für die Geschäftszwecke geschaffen werden. Man denke da nur daran, wie eifrig die Pharmaindustrie (mit ihren WHO-Lakaien) darin ist, Krankheiten zu designen, um sie dann mit ihren Produkten heilen zu können (zB Schweinegrippe etc). Und kommt nicht immer, wenn es bei den Computer-Security-Firmen etwas lau wird, im richtigen Augenblick ein neuer Computervirus daher?

So gesehen würde es eher an ein Wunder grenzen, wenn die Musikmafia mit der Kinderpornografie nichts zu zun hätte. Man weiß ja angeblich nicht, auf wessen Servern der Dreck liegt. Könnte es nicht sein, dass die Unterhaltungsindustrie auch ein Großteil der Schweiniglindustrie ist oder zumindest diese fördert, um die Politik für ihre Zwecke zu manipulieren? Also zutrauen würde ich es ihnen jedenfalls und auch die europäischen Politiker sind dämlich genug, darauf reinzufallen… ;)

8. Apr. 2010

Unsere EU-Plutzer verhandeln gerade unter strengster Geheimhaltung das ACTA-Abkommen, welches ausschließlich gegen das eigene Volk gerichtet ist und nicht einmal den Halsabschneidern der Medienkonzerne (für die sich ja die EU die Mühe macht…) etwas bringen dürfte…

Mich ärgert der Inhalt des Abkommens ja schon seit er überhaupt ruchbar geworden ist. Besonders die Three-Strikes-Out-Regel, die es beinhalten soll, ist mit nichts zu rechtfertigen. Jemand ohne Internetanschluss ist in der heutigen Zeit de facto vom Leben ausgesperrt – ein Ausgestoßener sozusagen. So eine Strafe kann mit den Grundrechten nicht vereinbar sein, denn nicht einmal bei tatsächlichen Terroristen, Mördern oder Kinderschändern wurde so etwas angedacht. Und bei filesharenden Kids soll es ohne richterliche Kontrolle, ohne Prüfung und ohne jegliche Verteidigungsmöglichkeit nur auf Zuruf der Medienindustrie möglich sein…

Nahezu täglich sickert etwas von ACTA durch und ist dann natürlich auch gleich in den Medien. So einen Artikel habe ich mir gestern durchgelesen und mit staunen die von ACTA erfassten Länder zur Kennntis nehmen müssen. Es geht also um die EU, die USA, Australien, Kanada, Japan, Südkorea, Mexiko, Marokko, Neuseeland, Singapur und die Schweiz. Eh toll, China ist gar nicht dabei. Ein Abkommen zum Schutze geistigen Eigentums und der Meister der Kopien ist gar nicht an Bord? Läuft bei den Verhandlern eigentlich noch alles rund? Das ist ja so, als wollte man gegen Korruption vorgehen und ließe die Lobbyisten außen vor… :)

Man kann jetzt nur hoffen, dass das EU-Parlament der Kommission unmissverständlich sagt, wo sie sich ACTA hinstecken kann. Sollte diese Sauerei tatsächlich durchgehen, dann gehörte die ganze brüsseler Saubande wirklich bei Zeiten zum Teufel gejagt… ;)

4. Mrz. 2010

Meine Grundimmunisierung habe ich mir heute schon verpasst und so kann ich ohne Magengeschwürgefahr auch grausliche Artikel lesen. Fündig geworden bin ich auf orf.at, wo berichtet wird, dass der EU-Ministerrat die Kommission zu einer härteren Gangart gegen Filesharer auffordert…

Eigentlich klingt das wie ein Scherz, denn das was die EU-Kommission am allerwenigsten braucht, ist ein Anstoß zur Bürgerunterdrückung. Da sind die Herrschaften sowieso Weltmeister – vom Lobbyistenpack konditioniert und allerbestens motiviert. Aber der Medienindustrie wird es halt zu langsam gehen und ein Wunder wäre es, wenn bei dem Ministerratsbeschluss nicht der kleine Franzose, der gern groß wäre, seine Finger im Spiel hätte. Der Ministerrat hat also die EU-Kommission “zur härteren Durchsetzung von Regeln zum Schutz des geistigen Eigentums auffordert” (Zitat orf) aufgefordert (nicht vergessen soll hier werden, dass da für uns auch jemand mitgestimmt hat… ;) ). Meinen tut der Ministerrat da natürlich das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA), welches zZt unter strengster Geheimhaltung von der EU-Kommission zum Schaden der Bürger verhandelt wird.

Wenn man jetzt sieht, mit welcher Inbrunst EU-Kommission und -Rat die Sache vorantreiben, kann man sich ausmalen, dass da auch das EU-Parlament keine sehr große Hürde sein wird. Noch so einen Fehltritt, wie bei der Abstimmung über das US-Swift-Abkommen wird das Lobbyistenpack ja sicher nicht mehr zulassen. Wir müssen uns also schön langsam auf eine Knebelung des Internets einstellen und können nur hoffen, dass die Verfassungsgerichte den Unterdrückern ein paar Prügel zwischen die Beine werfen. Kürzlich ist den Deutschen ja ihr Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung um die Ohren geflogen… :)

Ganz lustig in dem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass gerade jetzt die USA Software zur Umgehung von Internet-Sperren fördern wollen. In den USA habe die Meinungsfreiheit einen besonders hohen Stellenwert (was sicher stimmen wird, denn zB ein Verbotsgesetz wäre dort wohl unmöglich durchzusetzen), viele Staaten hätten aber ihre Ausgaben erhöht, um diese und den Informationsfluss im Netz zu beschränken, wird als Begründung verlautet (schaut fast aus, wie eine Lex-EU… ;) ). Ob dieser Meldung werden die Gesichter der EU-Unterdrücker sicherlich etwas länger geworden sein. Aber wir sollten uns lieber nicht zu früh freuen. Vielleicht ist das nur eine US-Finte, um die EU in Sachen SWIFT- und Fingerabdruckdaten gefügig zu machen…

6. Nov. 2009

Eigentlich sollte man sich über die Einigung beim EU-Telekompaket freuen, wenn jetzt bei Internet-Sperren wegen illegaler Downloads die (ursprünglich überhaupt nicht vorhandenen) Rechte der Verbraucher “gestärkt” wurden. Eigentlich…

Man hat sich also in Sachen Telekompaket geeinigt. Es soll in puncto Netzsperren ein “faires und unparteiisches Verfahren” (was immer das heissen mag) zur Anwendung kommen. Ja, das sollte Freude bringen. Wenn man dabei aber liest, dass Frankreich und Großbritannien ihre, jeder Rechtsstaatlichkeit diametral gegenüberstehenden, Grauslichkeiten “Hadopi” und “Three Strikes Out”, auf Grundlage dieser Einigung locker durchziehen können, dann weiß man im allgemeinen, wieviel es geschlagen hat.

Richtig den Durchblick erhält man, wenn man dazu sowas liest (Zitat aus futurezone.orf.at):

Es ging darum, den umstrittenen Artikel so zu formulieren, dass beide Seiten behaupten können, sie hätten ihre Position durchgesetzt. Die Kunst dabei ist es, das neue “Wording” so hinzudrehen, dass es die eigene Position möglichst genau widerspiegelt, aber der eigentlich unterlegenen Seite eine Option zur Ausrede und vor allem Zeit offenlässt.

Aha, es ging also gar nicht darum, die Bürger vor Willkür zu bewahren. Vielmehr dürfte das Ergebnis schon von Anfang an festgestanden haben. Der ganze Zirkus war also alleine dafür da, die Sache den Verbraucher-Tödeln unverdächtig reinzudrücken – fällt also sozusagen unter den Bereich “gewöhnliche Tätigkeiten” der EU-Lobbyistenbande. Warum überrascht mich das bloß nicht mehr? :)
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PS: Weils grad´so gut dazu passt: “Das Blockieren oder Filtern bestimmter Internet-Inhalte ist für die EU völlig inakzeptabel”, erklärte vor gar nicht so langer Zeit Medienkommissarin Viviane Reding, die sich jetzt über die Einigung tierisch freut…

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