Nicht das der wache Ösiländer nicht schon lange überrissen hätte, dass die Grünen nur außen grün, innen aber tiefrot sind. Das Outing der Astrid Rössler nach ihrem fulminanten Wahlsieg in Salzburg ist dennoch bemerkenswert und wichtig für Österreich.
Die Grünen haben ja kürzlich bei der Anti-Spekulations-Wahl in Salzburg das beste Ergebnis ever (~20%) eingefahren. Die grüne Frontfrau Astrid Rössler ist dadurch schlagartig von der grauen Maus zur Strahlefrau mutiert und jagt von einem Medienauftritt zum anderen. Eben bei einem solchen legte sie das grüne Mäntelchen ab und trat so auf, wie sie halt ist – tiefrot. Sie forderte dabei, ALLE Einkommen und Vermögenswerte ALLER Österreicher offenzulegen. Das sei bei uns schon “überfällig”, die (ekelerregend guten) Schweden machten das ja schon lange.
Angesichts der anstehenden Nationalratswahl sind die Bundesgrünen ob dieses Outings not sehr amused. Im Büro von Eva Glawischnig beeilte man sich nach dem ersten Schock auch sogleich, abzuschwächen. Der Rossler-Ausritt sei “keine aktuelle Forderung der Grünen” sondern nur “ein Beispield dafür, wie in anderen Ländern mit Transparenz umgegangen wird“. Und überhaupt sei das nur als “Vision” zu verstehen. Um diese Kurve zu kriegen werden die Bundesgrünen aber schon noch etwas präziser werden müssen. Etwa in der Richtung, warum die Österreicher ausgerechnet Leute mit solchen “Visionen” wählen sollten…
Wie auch immer, als Grund für das Outung der Astrid Rössler, die als echte Grüne diesen ganz sicher nicht schaden wollen wird, kommen eigentlich nur zwei Gründe in Frage:
1) Sie ist eine ehrliche Haut und sagt den Leuten klar, wofür sie und ihre Partei steht – dh, was sie wählen, wenn sie Grün wählen.
2) Sie ist vom Wahlerfolg in Salzburg übermannt worden und sieht in grenzenloser Überschätzung den realen Sozialismus bereits als derart unaufhaltsam an, dass sie gefahrlos die Katze aus dem Sack lassen kann.
Obwohl, ad 1) die Guteste hätte ihre kommunistischen Thesen auch vor der Wahl ablassen können. Da sie das aber (sicher nicht grundlos) nicht getan hat, wird es mit der Ehrlichkeit wohl doch nicht soweit her sein und dann eher ad 2) zutreffen.
Wie auch immer, wir Österreicher müssen der Astrid Rössler dankbar sein. Durch ihren Mut (oder Unbesonnenheit? – oder Dummheit?) wissen jetzt auch viele unbedarfte Ösiländer, dass sie mit einer Stimme für die derzeitigen Grünen eigentlich den realen Sozialismus in reinster Form wählen…