Sparen ist angesagt, das werden wir nach den Wahlen im Herbst schmerzlich realisieren müssen. Derweil aber wird noch kräftig Geld beim Fenster hinaus geschmissen. Sozialminister Hundstorfer dürfte den Druck der Pflegegeschäftemacher nachgegeben haben und will es künftig den Pflegeorganisationen freistellen, selbst zu entscheiden, wieviel öffentliches Geld sie sich einverleiben wollen…
Die Ärztekammer hat genau so etwas vor nicht allzulanger Zeit versucht und ist gescheitert. Aber wer nicht anfliegt, kann nicht landen, werden sich die Pfleger (allesamt bei den vereinigten Guten integriert – man denke nur an Caritas, Volkshilfe etc) gedacht haben. Pflegesachen sind ja momentan extrem positiv besetzt (die beauftragte Lobbyistenbande hat anscheinend ganze Arbeit geleistet) und Minister Hundstorfer (wir erinnern uns, das ist der, der eine Milliardenhaftung in der Annahme unterschrieben hat, es wäre eine Anwesenheitsliste…
) wird auch nicht so schwer umzustimmen gewesen sein – ist ja auch ein Guter.
Was kommen wird, weiß der gelernte Ösiländer natürlich. Es wird einen Pilotversuch in mehreren Regionen geben, bei dem Pflegekräfte bei jedem Fall mitentscheiden, in welchem Umfang Pflege erforderlich ist. Ein Prophet muss man nicht sein, um zu erkennen, dass bei dem Versuch maximal gleiche Kosten, wahrscheinlich sogar Einsparungen herauskommen werden. So blöd ist die Gutmafia nämlich sicher nicht. Man wird sich zurückhalten, denn den Geduldigen belohnt das Leben. Wenn unsere naiven Haubentaucher die Sache einmal fix beschlossen haben, kann man immer noch kräftig zulangen…
Was da abgeht erkennt man ganz leicht, wenn man sich vor Augen hält, wie das anderswo gemacht wird. Einer Versicherung würde es nämlich keinesfalls einfallen, die KFZ-Werkstätten befinden zu lassen, was im Schadensfall alles repariert werden muss. Oder lässt man etwa Straßenbaufirmen über den Reparaturaufwand von Straßen mitentscheiden? Oder holt man einen Handwerker ins Haus, der frei entscheidet was er selber auf Kosten der Hausbesitzer reparieren will? Jemand der seine fünf Sinne beisammen hat und nicht der Feind seines Geldes ist, der macht sowas garantiert nicht.
Aber gerade hier liegt das Problem. Die Herrschaften verschleudern ja nicht ihr eigenes, sondern bloß öffentliches Geld. Wer mit Firmengeld (private Firmen sind hier gemeint, nicht ÖBB, Flughafen Wien und so…
) so umgehen würde, wäre schneller wegen Untreue eingebuchtet, als ein Ferkel mit den Augen zwinkern kann…