Nicht neu ist, dass die ÖBB ausschließlich von öffentlichen Geldern leben (6,5 Milliarden Euro pro Jahr, das sind ca 10% der gesamten Staatseinnahmen…) und sich mit dem, was sie selber erwirtschaften wohl keine 3 Tage über Wasser halten könnten. Ebenso ein alter Hut ist es, dass die ÖBB roter “Besitzstand” sind und ohne den Segen der SPÖ dort rein gar nichts läuft. Weil jegliche Kontrolle fehlt, ist das Unternehmen ein Fass ohne Boden und steht im Verdacht, ein Selbstbedienungsladen für jene, die dort halt das Sagen haben, zu sein. All das ist aber nicht neu und schon längst Allgemeinwissen, weil es im Ösiland bei halböffentlichen Firmen ja noch nie anders zugegangen ist.
Dass die ÖBB kritisiert wird, vornehmlich von der schwarzen Reichshälfte, ist da dann wohl auch klar. Ebenso normal wird sein, dass man sich in der roten Reichshälfte Gedanken macht, wie man Kritiker schnell mundtot machen kann, bevor sie noch wirklich was aufdecken. Deshalb braucht sich auch niemand über ein von den ÖBB in Auftrag gegebenes Gutachten an sich zu wundern – dass darüber ÖBB-weit schamlos gelogen wurde, ebenso nicht.
Wundern darf sich der gelernte Österreicher aber, dass es plötzlich auch im Bahnmillieu undichte Stellen gibt und dass peinliche Unterlagen an die Öffentlichkeit gelangen, denn das ist neu. Das gab´s noch nie, halten die dort doch zusammen, wie Pech und Schwefel – Bahn-Omerta sozusagen…
Nun will man ja niemandem etwas unterstellen, wie schon geschrieben, werden bestellte Beratungen bezüglich Kritikern im Geschäftsleben ja sooo etwas Besonderes nicht sein, aber wenn man liest, wer da aller beteiligt war und dass ausgerechnet der SPÖ-Justizsprecher Jarolim (gegen Bezahlung mit Bahngeld – äh, Steuergeld dann natürlich
) beauftragt wurde, können einem schon Gedanken in Richtung eine Hand wäscht die andere kommen. Und seltsam-lukrative ÖBB-Auftrage an eintönig gefärbte Auftragsnehmer sind ja schon einmal thematisiert worden…