Hitze, Staub, Sandsturm, Extremsaufen und tolle Musik – so kann man das NOVA ROCK 2010 beschreiben…
Nach 2007, 2008 und der Schlammschlacht 2009 war ich auch heuer wieder zeitweilig dort. Das Line Up war ansprechend, die Stimmung toll und die Dimensionen gewohnt bombastisch. Gute Geschäfte dürften dort auch heuer wieder alle gemacht haben. Einer, der es wissen muss, sagte am Samstag morgen, seine Firma habe “bis jetzt schon so viel verkauft, wie letztes Jahr am gesamten Festival“…
Neu war heuer eine kleine Bühne (in einem Zelt etwa auf halbem Weg zwischen Blue- und Red-Stage), die Blingg-Stage genannt wurde und auf der Nachwuchsbands Bühnenerfahrung sammeln konnten.
Samstags kam ich dort eher zufällig vorbei und auffallend guter Sound veranlasste mich zum Stehenbleiben. Eine halbe Stunde hörte dann den Scrubs zu. Wirklich gut, ich denke von der Band wird man noch hören. Die zwei bis jetzt existierenden CDs werde ich mir jedenfalls bestellen. Leider nimmt man sich nicht die nötige Zeit für die Blingg-Stage, aber dort wäre wahrscheinlich öfters Gutes zu hören gewesen.
Rammstein habe ich leider verpasst, Green Day war eine tolle Sache (haben netto 2 1/2 Stunden gespielt) und die Beatsteaks haben trotz des in der Luft hängenden Gewitters (die Videowalls zeigten nur die Unwetterwarnung) ein gewohnt gutes Konzert abgeliefert.
Die Sache vom heurigen NovaRock war aber der Sandsturm am Samstag gegen 21.00 Uhr. Man wohnt ja in der Steppe und ist Hitze, Trockenheit und Wind gewohnt, aber sowas habe ich noch nicht erlebt. Innerhalb einer Minute bracht der Sturm los und Bühne samt Bereich davor musste evakuiert werden. Das war in wenigen Minuten erledigt, obwohl der Zustrom für GreenDay bereits begonnen hatte – Hut ab an dieser Stelle vor der Security-Crew. Das wirklich Extreme waren aber die Menge von Staub und Sand, die der Wind vom ausgetrockneten Boden aufwirbelte. Die Sicht war stellenweise gleich 0 und das Atmen nicht mehr so leicht. In der Wüste kann´s nicht viel schlimmer sein. Eine gute halbe Stunde später war der Spuk aber wieder vorbei und Green Day begann etwas verspätet um 22.15 Uhr. Der Stimmung konnte weder der Sturm und die leichte Abkühlung etwas anhaben…
Alles in allem war das NovaRock 2010, wie schon die Jahre davor, wieder ein beeindruckendes, friedliches Fest. Auch die zurückbleibende Sauerei war wieder die gleiche:
Wahrscheinlich werde ich nie verstehen, warum nicht jeder seinen Mist – zumindest den Großteil davon – in einen Müllsack geben kann. Ein Naturgesetz ist es ja nicht, dass es nach Großveranstaltungen immer so aussehen muss…

