Die SPÖ wird ja von Zeit zu Zeit – insbesonders vor Wahlen – nicht müde, den anderen Rentenklau vorzuwerfen. Jetzt, im Zuge der Diskussion über das Bankgeheimnis, muss sie sich aber vorwerfen lassen, selber den alten Leuten die Sparbücher klauen zu wollen…
Nachdem durch eine undichte Stelle offenbar Millionen von Datensätzen Medien zugespielt über rund 130.000 mutmaßliche Steuerhinterzieher wurden, geht die Luzi nun kräftig ab. Da werden jetzt sicherlich einige nicht gut schlafen können – und das ist gut so…
Weniger gut ist aber, dass die holde Politik die Sache gleich volé übernimmt und zum Angriff auf das Geld des kleinen Mannes bläst. Die EU, der unser Bankgeheimnis sowieso ein Dorn im Auge ist, wettert erneut gegen dieses und fordert den automatischen Datenaustausch. Luxemburg ist bereits umgefallen und Kanzler Faymann dürfte ebenfalls bereits der Eurokratie zu Füßen liegen. Wie anders sollte man sonst verstehen, dass er nach ersten Medienberichten gleich untertänigst seine Verhandlungsbereitschaft angekündigt hat. Sein Vize ziert sich noch ein bisschen, hat aber zwischenzeitlich auch schon betont, dass ein vollautomatischer Datenaustausch nicht automatisch vollautomatischen Austausch von Daten bedeutet, und es gewiss nicht um die Kontodaten der heimischen Sparer gehe. Also alles klar, das Bankgeheimnis hat bereits ein (sicherlich kurzes) Ablaufdatum und die Eurokratie kann sich auch freuen, dass aus Österreich demnächst ALLE Bankdaten akurat, pünktlich und vollautomatisch abgeliefert werden.
Und es soll sich ja niemand damit trösten, dass unsere beiden Führer nicht zu betonen müde werden, dass das alles nur die Ausländer mit österreichischen Konten betreffen würde. Das wäre dann nämlich Diskriminierung von EU-Bürgern und würde wohl keinen schlanken Fuß machen – besonders nicht vor den Höchstgerichten. Aber genau das wissen die beiden Herren ja eh, sie sagens nur nicht, denn der Kuchen ist groß. Es lagern ja bekanntlich ~157 Milliarden Euro in Österreich auf Sparbüchern und da will man dann ja schon auf den Cent genau wissen, was Omi und Opi den Enkerln (auch zwischendurch) schenken und vererben, um von dort die (bestehende oder neu zu erfindende) Steuern – vollautomatisch und billig – eintreiben zu können… ![]()
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PS: Na gut, vielleicht habe ich Herrn Faymann doch Unrecht getan, als ich oben von “umfallen” schrieb. Der gute Mann ist Führer der SPÖ und die Partei steht ja dafür, dass die Reichen zahlen sollen. Da bräuchte er also gar nicht umfallen, denn wer ein Sparbuch hat, wird ja wohl reich sein. Sonst hätte er ja keines – oder? ![]()
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PPS: Dass die ganze Aufregung um die Steueroasen nichts als eine volksverarschende Schmierenkommödie ist, sieht man auch sehr gut daran, dass die Politik in ganz Europa jetzt plötzlich gar so aufpudelt. Ganz so, als hätte man vorher überhaupt nicht gewusst, dass die Geldsäcke ihre Kohlen gerne dort vor der Steuer verstecken, wo es nicht so viele Reibungsverluste gibt, und wo das ist…
